Pharm-Net AG: Starke Module - Ein System

Branchennews

Nachfolgend haben wir die letzten Meldungen aus dem Pharma-Bereich für Sie zusammengefasst

„Wer keine Beratung braucht, kann richtig Geld sparen“

Datum: 15.03.2017

„Ist die Online-Apotheke besser als die vor Ort?“ Das wollte das Team der SWR-Sendung Marktcheck wissen und hat die fünf umsatzstärksten Versandapotheken getestet und hinsichtlich Preis, Beratung und Service mit Vor-Ort-Apotheken verglichen. Beim Preis liegen die Versender klar vorne, bei der Beratung gibt es bei beiden Licht und Schatten.
DocMorris, Sanicare, Medikamente-per-Klick, Shop-Apotheke und Aponeo: Diese fünf Versandapotheken - laut SWR-Bericht die umsatzstärksten -wurden in der SWR-Sendung Marktcheck getestet. Die Fragen, die sich die Redaktion dabei stellte, waren: Wie unterscheiden sich die Versandapotheken bei Preis, Beratung und Service? Und wie schneiden sie im Vergleich mit der klassischen Apotheke vor Ort ab? Am Ende wurde ein „BeratungsSieger“ gekürt - die Shop-Apotheke. Hier bekomme man gute Beratung zu fairen Preisen, so das Fazit. Fast ebenso gut sei DocMorris. Außerdem gab es einen „Preis-Sieger“ - Medikamente-Per-Klick. „Wer keine Beratung braucht, der kann hier richtig Geld sparen“, lautete das Urteil der Redaktion.
Wie kam diese Bewertung zustande?
Vier Kriterien flossen ein: Bestellung, Beratung, Preise und Geschwindigkeit. Beim Preis können die Apotheken vor Ort nicht mithalten. Für zehn gängige, rezeptfreie Produkte - von Heilsal-
be über Schmerzmittel bis zu Nasentropfen - mussten die Tester dort im Schnitt 53,12 Euro auf den HV-Tisch legen. Bei Medikamente-per-Klick war das Ganze zum Billig-Preis von 32,43 Euro zu haben. Bei Sanicare, der in dem Test teuersten Versandapotheke, waren es mit 43,65 Euro gut 30 Prozent mehr. Die anderen drei verlangten für den Warenkorb etwa 39 Euro.
Hotline-Zeiten nicht besser als Ladenöffnungszeiten
Hinsichtlich der Beratung checkten die Tester das online-Angebot der Versender: Bei allen kann man demnach Beipackzettel abrufen. Wesentlich mehr bietet nur die Shop-Apotheke. Auf deren Seite gibt es zu jedem Arzneimittel ein Beratungs-Video, das über Neben- und Wechselwirkungen und die Einnahme aufklärt. Auf den Hotline-Check, der übrigens bei allen mit Ausnahme von Sanicare, wo man unter der Woche bis 22 Uhr anrufen kann, zu ähnlichen Zeiten verfügbar ist, wie vor-Ort-Apotheken, bereitete die Redaktion sich vor. Sie ließ sich im Vorfeld erklären, wie eine gute Beratung auszusehen hat - von Christoph Gulde vom Landesapotheker-Verband Baden-Württemberg. Die Problemfälle: einmal ein Johanniskraut-Präparat sowie Aspirin Complex und Otriven. Letztere würden trotz Kontraindikation oft zusammen gekauft, Johanniskraut sei aufgrund vieler Wechselwirkungen ein kritisches Präparat, erklärte Marktcheck die Auswahl.
Wie lief die Beratung?
Wie schlugen sich die Apotheken? Bei den Vor-Ort-Apotheken haben bei beiden Szenarien jeweils zwei von fünf gut beraten und nach Einnahme anderer Arzneimittel gefragt bzw. die Abgabe des Nasensprays verweigert. Bei dreien wurden die Präparate aber jeweils ohne Nachfrage abgegeben. Auch bei den Versendern waren die Unterschiede groß. Bei Medikamente-per-Klick wurde zwar sofort ein bestimmtes Johanniskraut-Präparat empfohlen. Einen Hinweis auf mögliche Wechselwirkungen gab es aber erst auf Nachfrage - und der war dann auch noch falsch. Denn bei der Kombination mit „Cholesterinsenkern“ kann es - je nach Statin - durchaus Probleme geben. An der Hotline werde jedoch erklärt, das vertrage sich gut, berichtete Marktcheck. „Glatt durchgefallen“ lautete daher das Urteil.
Zur Erkältungs-Kombi, bei der sich die Arzneimittel in ihrer blutdruckerhöhenden Wirkung verstärken, gibt es auf der Seite der Shop-Apotheke ein Video. Dort wird auf Risiken hingewiesen, die durch Wechselwirkungen entstehen. Auf den anderen Internetseiten fanden die Tester keinen Warnhinweis. Sanicare und DocMorris legten aber immerhin dem Paket ein Info-Blatt bei. Auf dem wurde vor einem möglichen Blutdruckanstieg gewarnt.

Zwei Tage bis zur Lieferung
Die beiden letzten Kriterien - Bestellung und Geschwindigkeit - konnten natürlich nur an Versandapotheken angewendet werden. Bei Letzterem gab es keine Unterschiede: Alle Bestellungen waren innerhalb von zwei Tagen da, erklärt Marktcheck. Wie lange es dauert, wenn vorab erst noch ein Rezept verwendet werden muss, wurde allerdings offensichtlich nicht getestet.
Das Fazit zur Bestellung fällt relativ knapp aus: „Der Bestellvorgang ist überall unkompliziert.“ Dann folgt jedoch der Hinweis, dass es durchaus Unterschiede gibt, ab welchem Bestellwert die Versandkosten wegfallen. Bei Medikamente-per-Klick sei das ab 10 Euro der Fall, bei Shop-Apotheke, DocMorris und Sanicare ab 20 Euro. Aponeo verschicke erst ab 29 Euro versandkostenfrei. Es sei denn, es befinden sich Rx-Präparate in der Bestellung, dann verlange niemand Versandkosten. Zudem geben DocMorris und
die Shop-Apotheke einen Bonus von etwa zwei Euro pro bestelltem rezeptpflichtigem Arzneimittel, hieß es.
Ob die eingangs gestellte Frage „Ist die Online-Apotheke besser als die vor Ort?“ damit jetzt vollumfänglich beantwortet ist? Das muss wohl jeder selbst entscheiden, aber immerhin weiß man jetzt, bei welcher Versandapotheke man Geld und Beratung sparen kann.


Rubrik: Allgemeines
Quelle: Deutsche Apotheker Zeitung
Web: https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2017/03/15/wer-keine-beratung-braucht-kann-richtig-geld-sparen


Phoenix: Immer noch unverkäuflich

Datum: 15.03.2017

Berlin - Allen Gerüchten zum Trotz: Einen Megadeal im Pharmagroßhan-del wird es mit Phoenix nicht geben. Der Konzern weist Behauptungen mit Nachdruck zurück, dass er zum Verkauf stehe.
Im Markt halten sich hartnäckig Gerüchte, dass Walgreens Boots Alliance (WBA) Phoenix übernehmen will - direkt oder über AmerisourceBergen (ASB). An dem US-Großhändler ist der Kettenkonzern mit 23 Prozent beteiligt, was Kartellwächter bei der Prüfung eines möglichen Zusammenschlusses vor Herausforderungen stellen würde.
„Mutmaßungen dieser Art entbehren jeder Grundlage“, kommentiert ein Phoenix-Sprecher. Die Merckle-Familie als Gesellschafter habe bereits mehrfach gegenüber der Geschäftsführung und den Mitarbeitern erklärt, dass sie Phoenix als ein wichtiges und dauerhaftes Standbein ihrer Unternehmens-
gruppe betrachte und dass Phoenix nicht zum Verkauf stehe. „Gemeinsam mit der Geschäftsführung will sie das Unternehmen weiterentwickeln und Wachstumschancen in Europa wahrnehmen, wo immer sie sich bieten.“ Wortgleich hatte Phoenix bereits vor einem Jahr die ersten Gerüchte über eine mögliche Übernahme dementiert. Damals sollen Apothekenberater von Phoenix eingeschworen worden sein. Das Ziel: Phoenix bis zum 31. Dezember zu einem Marktanteil von 30 Prozent zu verhelfen. Denn dann gebe es ein konkretes Angebot.
Nun sind die Gerüchte dahingehend konkreter geworden, dass Walgreens-Chef Stefano Pessina angeblich bereit sein soll, sein bisheriges Deutschlandgeschäft an Gehe/Celesio beziehungsweise den US-Mutterkonzern McKesson abzugeben. Das würde zu der Vorgabe passen, den Abstand zur neuen Nummer 2 im Vorfeld möglichst weit auszubauen.
Für Alliance und Gehe könnte ein solcher Deal Sinn machen: Die Niederlassungen sind teilweise nicht ausgelastet. Die Vertriebszentren des Frankfurter Großhändlers sind obendrein oft zentral gelegen, immer wieder sollen Interessenten an die Tür geklopft haben. Da die Immobilien dem Konzern gehören, könnte ihr Verkauf Geld in die Kasse spülen. Spannend an einem solchen Vorhaben wäre die kartellrechtliche Bewertung: Zwar wird eine marktbeherrschende Stellung erst ab 40 Prozent vermutet
- und davon sind Gehe mit rund 16 Prozent und Alliance Healthcare mit rund 13 Prozent entfernt. Doch für bei der Fusionskontrolle zählt nicht der bundesweite Marktanteil, sondern die regionale Position. Die Sanacorp scheiterte vor einigen Jahren mit ihrem Versuch, die Anzag zu übernehmen, an nur zwei Niederlassungen.


Rubrik: Allgemeines
Quelle: apotheke adhoc
Web: http://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/markt/nachricht-detail-markt/grosshandel-phoenix-immer-noch-unverkaeuflich/


Hageda: Helfmeier nimmt Abschied

Datum: 15.03.2017

Berlin - Beim Münchner Großhändler Hageda-Stumpf geht eine Ära zu Ende. Heinrich Helfmeier hat zum Jahreswechsel die Geschäftsführung an seinen bisherigen Assistenten Matthias Wegner abgegeben. Das berichtet PHARMA ADHOC.
Helfmeier war 24 Jahre lang Geschäftsführer, insgesamt war er 45 Jahre im Unternehmen. Er hatte im Kölner Stammhaus Groß- und Außenhandelskaufmann gelernt und später in Essen gearbeitet, bevor er nach München kam. Auch sein Nachfolger ist ein „Eigengewächs“: Wegner ist seit 17 Jahren im Unternehmen.
Mit einem Umsatz von rund 330 Millionen Euro kommt Hageda-Stumpf auf einen regionalen Marktanteil von knapp 15 Prozent. Rund 700 Apotheken zwischen zwischen Bodensee,
Ulm, Ingolstadt, Passau, Berchtesgaden, Garmisch-Partenkirchen und Sonthofen werden beliefert, der Schwerpunkt liegt im Ballungsgebiet München. 130 Mitarbeiter sind am Sitz in Obersendling beschäftigt.
Dass das Unternehmen eine regionale Größe ist, ist vor allem Helfmeier zu verdanken. Er ist Kaufmann der alten Schule, ein bodenständiger und umgänglicher Typ, mit dem man gerne Geschäfte macht. Die meisten seiner Kunden wissen diese Qualität bis heute zu schätzen. Noch ist er als Berater an Bord, im Sommer 2018 will er sich endgültig in den Ruhestand verabschieden. So ist es Helfmeier auch gelungen, sich gegenüber dem „großen Bruder“ zu behaupten. Das Unternehmen ist aus den Münchner Betrieben von Hageda und Otto Stumpf hervorgegangen, die Adolf Merckle Anfang der 1990er Jahre inklusive Kundenstamm abgeben musste, um Phoenix gründen zu können.
Vorübergehend sprang mit Karl Friedrich Erbprinz von Hohenzollern ein enger Geschäftspartner Merckles ein. Später übernahm der renommierte Wirtschaftsanwalt Professor Dr. Reinhard Pöllath (Beiersdorf, Tchibo) die Firma - als Treuhänder einer Familie, die nicht öffentlich in Erscheinung treten möchte.
Bis heute sind die Verbindungen zum Merckle-Clan offensichtlich: Das Grundstück, auf dem Hageda-Stumpf seit 1999 angesiedelt ist, gehört einer GbR, an der sechs von Merckle kontrollierte Beteiligungsgesellschaften Anteile halten. Aus den Mieteinnahmen gehen Erlöse unter anderem an Stumpf und Reichelt, die ihrerseits Niederlassungen an Phoenix verpachten und außerdem Anteile am Marktführer halten.
Auch die EDV von Hageda-Stumpf wird über Phoenix abgewickelt. Als Spediteur fährt unter anderem die PhoenixTochter Transmed für die Münchener. Schließlich ist Hageda-Stumpf neben Phoenix der einzige Großhandelspartner des Marketing Vereins Deutscher Apotheker (MVDA).
Anfangs gab es beim Kartellamt den Verdacht, dass Merckle den im Dezember 1992 geschlossenen Vertrag zu umgehen versuchte. Man ließ sich die Verträge vorlegen und stellte das Verfahren schließlich ein, da es operativ keine Verflechtungen zu geben schien.


Rubrik: Allgemeines
Quelle: apotheke adhoc
Web: http://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/markt/nachricht-detail-markt/grosshandel-hageda-helfmeier-nimmt-abschied-merckle-phoenix-apotheke/


AOK will mit Versandapotheken die Versorgung gestalten

Datum: 14.03.2017

Der AOK-Bundesverband widerspricht dem Rx-Versandverbot vehement. In seiner Stellungnahme zu dem vom Bundesgesundheitsministerium vorgelegten Referentenentwurf malt die AOK das Bild einer Apotheken-Versorgung, wie es den Krankenkasse gefallen würde: Das Apothekenhonorar würde in ein Höchstpreismodell verwandelt und die Kassen würden Selektivverträge mit Versandapotheken abschließen.
Bis zum kommenden Mittwoch, also noch zwei Tage, haben die Fachverbände im Gesundheitswesen Zeit, den Referentenentwurf des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) zum Rx-Versandverbot zu kommentieren. Als einer der ersten Verbände hatte der GKV-Spitzenverband in der vergangenen Woche seine Position dargestellt: Der Kassenverband ist strikt gegen ein Verbot. Aus Sicht des GKV-Spitzenver-bandes können die Versandapotheken dabei helfen, die Landversorgung zu sichern.
Auch der AOK-Bundesverband hat nun seine Stellungnahme abgeschickt und will die vom BMG vorgeschlagenen Regelungen streichen. Aus Sicht des AOK-Verbandes ist es fraglich, ob das Rx-Versandverbot „nach zwölf Jahren gelebtem Versandhandel“ überhaupt europarechtskonform durchgesetzt werden könne. So wie die Kollegen
vom GKV-Spitzenverband meinen auch die AOK'ler, dass die rückgängige Apothekenzahl nicht auf den Versandhandel zurückzuführen sei, sondern vielmehr durch „Konzentrationsprozesse“ erklärt werden könne. Ohnehin sei die Apothekendichte in Deutschland mit Blick auf den EU-Vergleich noch „hinreichend“.
Der AOK-Bundesverband weist auch darauf hin, dass das Verbot aus Kassensicht in- und ausländische Versandapotheken benachteiligen würde. „Wird den Versandapotheken die Berechtigung des Rx-Versandes genommen, wird folglich einer Vielzahl von deutschen (Versand-) Apotheken ein zusätzlicher und den wenigen ausländischen Versandapotheken der einzige Vertriebsweg genommen“, heißt es in dem Dokument, das der AOK-Bundesverband ans BMG geschickt hat. Außerdem sei das Versandverbot nicht zeitgemäß und werde vom BMG noch dazu nicht ausreichend gut begründet.
Höchstpreise und Selektivverträge mit Versandapotheken
Anders als der GKV-Spitzenverband legt der AOK-Bundesverband ein Alternativmodell zum Apothekenmarkt vor. Demnach soll die Arzneimittelpreisverordnung in ein Höchstpreismodell umgestaltet werden, unter Beibehaltung des einheitlichen Herstellerabgabepreises. Das Ziel der AOK ist klar:
„Sowohl in- wie auch ausländische Versandapotheken haben erkennen lassen, dass für diesen Vertriebsweg Wirtschaftlichkeitsreserven bestehen.“ Um diese Reserven zu heben, sollen die Krankenkassen nach der Vorstellung des Kassenverbandes Direktverträge mit den Versandapotheken abschließen, „analog zu den Verträgen mit Krankenhausapotheken“, erklärt der AOK-Bundesverband. Offenbar sieht die AOK nicht nur finanzielle Anreize in der Zusammenarbeit mit den Versendern, sondern auch Vorteile für die Versorgung. Denn in den Verträgen mit den Versandapotheken könnten laut Kassenverband auch „Vereinbarungen über zusätzliche Angebote und pharmazeutische Dienstleistungen zur Stärkung einer qualitativ hochwertigen Arzneimittelversorgung für die Versicherten treffen“.
Die dadurch erzielten Einsparungen sollten „größtenteils“ der Versichertengemeinschaft zu Gute kommen. Trotzdem will die AOK die Rx-Boni deckeln. Diesen „Boni-Deckel“ begründet der AOK-Verband mit dem Patientenschutz. Es müssten „Fehlanreize“ vermieden werden, die zu einer erhöhten Arzneimittelinanspruchnahme führen könnten. Wie hoch diese Grenze aus AOK-Sicht sein sollte, verrät der Verband allerdings nicht. Nur so viel: Direkte Rabatte für Versicherte sollten eine „marginale“ Höhe nicht überschreiten.


Rubrik: Allgemeines
Quelle: Deutsche Apotheker Zeitung
Web: https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2017/03/14/aok-will-mit-versandapotheken-die-versorgung-gestalten


Gesundheitsmarkt boomt weiter

Datum: 13.03.2017

Die Gesundheitswirtschaft in Deutschland eilt von Rekordmarke zu Rekordmarke. Jeder sechste Beschäftigte war 2016 in einer Branche der Gesundheitswirtschaft tätig, insgesamt sieben Millionen Frauen und Männer.
BERLIN. Ärzte, Krankenhäuser, der Pflegesektor, die Arznei- und Medizinproduktehersteller und weitere Branchen haben im Jahr 2016 eine Bruttowertschöpfung von 336,4 Milliarden Euro erzielt. Das geht aus derneuesten Ausgabe der Gesundheitswirtschaftlichen Gesamtrechnung (GGR) hervor, die das Bundeswirtschaftsministerium am Donnerstag vorgestellt hat. Danach stammen rund 80 Prozent der von der Branche produzierten Waren und Dienstleistungen aus dem Inland. Die Prognose übersteigt damit den Wert von 2015 um 13 Milliarden Euro.
In den vergangenen zehn Jahren hat der Wirtschaftszweig um 113 Milliarden Euro zugelegt.
Ärzte lassen Gesundheitswirtschaft brummen
Gut die Hälfte der Bruttowertschöpfung in nichtstationären Einrichtungen
(88,1 Milliarden Euro) generieren die niedergelassenen Ärzte. 2016 dürfte dieser Wert bei rund 45 Milliarden Euro liegen und damit 15 Milliarden Euro über dem des Jahres 2005. Gemeinsam sorgen die nicht stationären Einrichtungen und die stationären (94,1 Milliarden Euro), für mehr als die Hälfte der gesamten Wertschöpfung. Der Rest verteilt sich auf die Gesundheitsindustrie und sonstige Branchen. „Diese Zahlen werden aufgrund der demografischen Entwicklung weiter steigen“, kommentierte Wirtschaftsstaatssekretär Matthias Machnig die Ergebnisse. Er warb für einen Perspektivenwechsel. Im politischen Bewusstsein sollten nicht nur die Kosten der Versorgung in den Blick genommen werden, sondern auch die Selbstfinanzierung des Systems.
Machner geht davon aus, dass das System mit zunehmender Digitalisierung zudem effektiver wird. Alleine von der Einführung einer elektronischen Patientenakte verspreche er sich Effizienzgewinne von zehn Prozent der Gesamtkosten. In der gesetzlichen Krankenversicherung wären das mehr als 20 Milliarden Euro im Jahr.
Was Angela Merkel mit Trump bereden muss
Auch zur Exportstärke tragen die Gesundheitsbranchen bei. Der Sektor erwirtschaftet derzeit mehr als zehn Prozent des für 2016 erwarteten Exportüberschusses von rund 315 Milliarden Euro. „Eine nicht ganz ungefährliche Zahl“, sagte Machnig mit Blick auf die bevorstehenden Gespräche von Kanzlerin Angela Merkel mit US-Präsident Donald Trump. Der hatte die Exportüberschüsse Deutschlands seit seiner Amtseinführung mehrfach kritisiert.
Die Gesundheitswirtschaft hat nun einen Anteil von glatt zwölf Prozent (2015: 11,9) des Bruttoinlandsprodukts. Mit einem Wachstum von 3,8 Prozent bleibt sie ausweislich des Berichts ein Wachstumsmotor der Volkswirtschaft in Deutschland. Damit legte der Sektor zum fünften Mal in Folge stärker als die Gesamtwirtschaft zu, die es im Schnitt der vergangenen fünf Jahre auf 2,7 Prozent gebracht hat. (af)


Rubrik: Allgemeines
Quelle: Ärztezeitung
Web: http://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/gesundheitswirtschaft/article/931531/aktuelle-daten-gesundheitsmarkt-boomt-weiter.html?cm_mmc=Newsletter-_-Newsletter-C-_-20170314-_-Gesundheitswirtschaft


Noweda plant zwei Kürzungswellen

Datum: 13.03.2017

Berlin - Die Noweda kündigt gegenüber Apotheken massive Kürzungen der Konditionen an. Ab April sollen die Rabatte um 0,9 Prozent gestutzt werden, im Juli drohen weitere Kürzungen für Apotheken, die aus Sicht der Genossenschaft unattraktiv einkaufen. Wie viele Kunden von den angedrohten Sparmaßnahmen tatsächlich betroffen sein werden, ist allerdings unklar.
Die Noweda moniert in einem Schreiben an Apotheken, dass ein „ökonomisches Ungleichgewicht durch überhöhte Rabatte im Markt entstanden“ sei. Dieses sei durch Programme zur Kostensenkung oder weitere Einschnitte bei der Handelsspanne nicht mehr zu kompensieren - jedenfalls nicht ohne Einschnitte beim Leistungsangebot. Solche Einschnitte hätten jedoch nicht hinnehmbare Auswirkungen auf die Patienten und auf die Konkurrenzfähigkeit der Apotheke. Um das zu verhindern, sehe man sich gezwungen, ab April einen „Servicebeitrag“ von 0,9 Prozent zu berechnen, schreibt die Noweda. Anders ausgedrückt: Die Genossenschaft kürzt die Konditionen um fast 1 Prozent. Je nach Umsatz der
Apotheke sind das fünfstellige Beträge. Nach der Logik der Genossenschaft profitieren die Apotheken von einer starken Noweda. Damit diese „vital“ und „solide“ bleibe, „ist es notwendig, dass Noweda wieder einen auskömmlichen Rohertrag erwirtschaftet“, heißt es im Schreiben. Im Juli soll deshalb zusätzlich ein „Packungsausgleich“ eingeführt werden, auch bekannt als Handelsspannenausgleich. Die Großhändler veranschlagen einen durchschnittlichen Packungswert, liegt die Apotheke im Einkauf darüber, sinkt ihr Rabatt.
Aufgrund des Fixums von 70 Cent pro Packung im Großhandelshonorar sind günstige Arzneimittel attraktiver für die Grossisten. Da Apotheken mit einem niedrigeren durchschnittlichen Packungswert auf der anderen Seite nicht bonifiziert werden, ist der Handelsspannenausgleich für die Großhändler ein attraktives Instrument, um die eigene Marge zu verbessern. Allerdings können die Apotheker ihren Einkauf selbst kaum beeinflussen, da der Löwenanteil des Umsatzes aus dem Rezeptgeschäft kommt. Da Modelle wie der „Packungsausgleich“ der Noweda aber sehr schmerzhaft
sein können, werden sie in den Konditionenverhandlungen oft wieder gestrichen. Die Großhändler profitieren letztlich von Apothekern, die sich nicht wehren können oder wollen.
Wie viele Apotheken tatsächlich einen Handelsspannenausgleich hinnehmen müssen, ist daher unklar.
Dasselbe gilt für Kürzungen wie dem aktuellen „Servicebeitrag“ der Noweda. Großkunden wird der Abschlag von 0,9 Prozent normalerweise nicht zugemutet. Generell werden solche Kürzungen selten in der Fläche angekündigt. Die Großhändler testen gerne zunächst im Osten der Republik, wo der Wettbewerb nicht so intensiv ist wie beispielsweise im Ruhrgebiet.
Laut Bilanz lag die Rohertragsmarge der Noweda im Ende Juni abgelaufenen Geschäftsjahr mit 4,53 Prozent leicht unter dem Vorjahreswert. Im Geschäftsjahr 2013/14 war der Wert erstmals unter 5 Prozent abgesackt. Allerdings ist die Noweda auch im vergangenen Jahr über dem Markt gewachsen und hat ihren Gesamtumsatz um 6 Prozent auf knapp 5,6 Milliarden Euro gesteigert. Der deutsche Großhandelsmarkt legte insgesamt um 3,6 Prozent zu.


Rubrik: Allgemeines
Quelle: apotheke adhoc
Web: http://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/markt/nachricht-detail-markt/grosshandelskonditionen-noweda-plant-zwei-kuerzungswellen/


Pessina: Tausche Alliance gegen Phoenix

Datum: 13.03.2017

Berlin - Wer dachte, die Konsolidierung im Pharmagroßhandel sei abgeschlossen, wurde spätestens seit der Übernahme von Ebert+Jacobi durch die Noweda eines Besseren belehrt. Im Markt halten sich hartnäckig Gerüchte, dass sogar einer der Big Five von der Bildfläche verschwinden könnte. Im Zentrum steht Stefano Pessina, der offenbar bereit ist, das Pferd zu wechseln.
Es ist kein Geheimnis, dass McKesson und Walgreens Boots Alliance (WBA) als Mutterkonzerne von Gehe/Celesio beziehungsweise Alliance Healthcare alles andere als zufrieden mit der Geschäftsentwicklung und Ertragslage sind. Rabattschlachten und Hoch-preiser drücken auf die Marge. Die Honorarumstellung des Jahres 2011, die eigentlich ein gesundes Auskommen ermöglichen sollte, hat alles nur schlimmer gemacht. Ein Rückzug vom deutschen Markt ist freilich keine Option: Immerhin geht es um einen Schlüsselmarkt in Europa. Doch das Geschäft sollte bald wieder Spaß machen -zumal die Belegschaften bereits durch mehrere Sparrunden getrieben und sogar die Konzernzentralen geopfert wurden.
So erscheinen Gerüchte, dass die Mutterkonzerne in den USA über einen gemeinsamen Deal in Deutschland sprechen, nicht gänzlich aus der Luft gegriffen. Die Hausaufgaben sind gemacht; bei Alliance meuterten bereits mehrfach die Gewerkschaften,
weil aus ihrer Sicht das Unternehmen kaputt gespart wird. Alteingesessene Führungspersönlichkeiten, die sich einem solchen Vorhaben in den Weg stellen könnten, gibt es nicht mehr -weder in Frankfurt noch in Stuttgart.
Im Kern soll es darum gehen, die Niederlassungsstruktur von Alliance zu zerschlagen: Das dichte Netz mit 25 kleineren Standorten steht seit Jahren auf dem Prüfstand; kein anderer Großhändler hat mehr Vertriebszentren.
Die Niederlassungen sind oft zentral gelegen, immer wieder sollen Interessenten an die Tür geklopft haben. Da die Immobilien dem Konzern gehören, könnte ihr Verkauf Geld in die Kasse spülen.
Auch bei Gehe sind längst nicht alle Vertriebszentren ausgelastet oder gar profitabel - auch hier gab es vor Jahren Gerüchte, dass Niederlassungen aufgegeben werden könnten. Zusätzliche Aufträge von der Konkurrenz könnten das Geschäft beleben. Spannend an einem solchen Vorhaben wäre die kartellrechtliche Bewertung: Zwar wird eine marktbeherrschende Stellung erst ab 40 Prozent vermutet
- und davon sind Gehe mit rund 16 Prozent und Alliance Healthcare mit rund 13 Prozent entfernt. Doch für bei der Fusionskontrolle zählt nicht der bundesweite Marktanteil, sondern die regionale Position. Die Sanacorp scheiterte vor einigen Jahren mit ihrem Versuch, die Anzag zu übernehmen, an nur zwei Niederlassungen.
Die entscheidende Frage aber ist,
ob ein solcher Deal tatsächlich zu Skaleneffekten führen würde oder ob er nicht eigentlich viel zu piefig ist für die Jetsetter des ausgerufenen globalen Pharmahandels im 21. Jahrhundert. Und hier kommt Phoenix ins Spiel: Walgreens wäre demnach bereit, Alliance in Deutschland an Gehe/Celesio beziehungsweise McKesson abzugeben, wenn Pessina als Konzernchef dafür Phoenix als Ganzes bekommen könnte.
So abstrus solche Gedankenspiele auf den ersten Blick wirken, so logisch sind sie bei näherem Hinsehen: Pessina könnte auf ein stärkeres Pferd umsatteln und einen Teil des Kaufpreises durch den Verkauf von Alliance direkt selbst organisieren. Gehe könnte erstmals seit dem Niedergang im Zusammenhang mit der DocMorris-Übernah-me wieder eine führende Rolle spielen: Die Stuttgarter bekämen tausende neue Kunden und damit Auslastung für ihre Niederlassungen. Das Risiko für einen Aderlass dürfte seitens der Alliance-Apotheker gering sein.
Die beiden US-Konzerne würden dann gemeinsam mehr als die Hälfte des Marktes kontrollieren - was der Logik eines global konsolidierten Großhandels absolut entspricht. Den Rest würden Genossenschaften und Privatgroßhändler unter sich auf aufteilen. Die erfolgsverwöhnte Noweda würde in einem solchen Szenario auf Rang 3 verwiesen. Dazu passt, was bereits vor einem Jahr kolportiert wurde: Damals hieß es, es gebe einen Interessenten für Phoenix unter der Bedingung, dass der Branchenprimus seinen Marktanteil von 28 auf mehr als 30 Prozent steigert. Vor dem Hintergrund eines möglichen Gehe/Alliance/PhoenixDeals in Deutschland wird klar, dass der Abstand zur neuen Nummer 2 ausreichend sein muss, um Pessina den Vorwurf zu ersparen, er habe die Konkurrenz allzu groß gemacht. „Von der Marktlogik her spricht alles für eine solche Konstellation“, sagt ein Branchenkenner. Dass in den USA über die Verteilung des deutschen und europäischen Marktes gesprochen werde, sei evident, bestätigt ein weiterer Insider. Wie nah man in Übersee an der Realität des deutschen Marktgeschehens sei, stehe auf einem anderen Blatt.
Im Ausland dürfte die Übernahme von Phoenix durch Walgreens nur in
wenigen Ländern auf Schwierigkeiten stoßen. Pessinas Konzern ist in Südeuropa, Frankreich und Großbritannien stark, Phoenix in Nord- und Osteuropa. In der Schweiz hat sich Pessina gerade bei Galenica ausbezahlen lassen - über die Phoenix-Tochter Amedis er könnte nun genauso schnell zurückkommen. Nur in Ländern wie Italien und Norwegen könnte die Freigabe schwierig werden, in Großbritannien und Frankreich sind Phoenix so klein und Alliance so groß, dass eine Trennung zu verschmerzen wäre. Helfen könnte ein Trick: Pessina könnte über den US-Großhändler AmerisourceBergen (ASB) zugreifen, bei dem Walgreens eine „nicht beherrschende Beteiligung“ von derzeit 23 Prozent hat.
Insgesamt würde ein solcher Deal zu Pessina passen: Der Italiener hat sich vorgenommen, „König der Arzneimittel“ zu werden. In den vergangenen Jahren hat er den US-Markt auf den Kopf gestellt; zuletzt mussten die Aktionäre der Apothekenkette
Rite Aid lernen, dass er mit allen Wassern gewaschen ist. Nun könnte sich der 75-Jährige auch in Europa späte Genugtuung verschaffen - und ausgerechnet den Deutschen, die ihn über viele Jahre klein- und hingehalten hatten, seine Regeln aufzwingen.
Und Phoenix? Konzernchef Oliver Windholz beeilte sich im vergangenen Jahr, die damals entstandenen Gerüchte zu dementieren: Planungen, 30 Prozent zu erreichen und dann zu verkaufen, gebe es nicht. Die Eigentümerfamilie stehe dauerhaft zu Phoenix. Andererseits war schon nach dem Tod von Adolf Merckle mit McKesson über einen Verkauf des Pharmahändlers verhandelt worden. Nur weil die Übernahme von Ratiopharm durch Teva den Befreiungsschlag brachte, konnte der Konzern in Mannheim unabhängig bleiben. Ob der Großhändler heute noch als Vermächtnis gesehen wird oder ob es nicht irgendwann an der Zeit ist, sein Geld besser zu investieren, kann alleine die Familie entscheiden.


Rubrik: Allgemeines
Quelle: apotheke adhoc
Web: http://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/markt/nachricht-detail-markt/grosshandel-pessina-tausche-alliance-gegen-phoenix/


Kistenpacken bei Celesio

Datum: 13.03.2017

Berlin - Der Puff und Celesio: Wenn auf vergangenen Hauptversammlungen des Stuttgarter Pharmahändlers über die Konzernzentrale gesprochen wurde, waren nicht die Bausubstanz oder der Platzmangel das bestimmende Thema. Ob man nicht den kleinen Rotlichtbetrieb auf der anderen Straßenseite loswerden könnte, der passe doch nicht zu einem Gesundheitskonzern, fanden einige Kleinaktionäre. Das Etablissement ist längst weg - und jetzt bricht auch Celesio die Zelte in Bad Cannstatt ab.
Nein, sonderlich repräsentativ war es nie bei Celesio. Auch japanische Zier-bäume, Kunstinstallationen, Meetingräume mit internationalen Bezeichnungen und der Britische Honorarkonsul am Briefkasten konnten nicht über die biederen Wurzeln des Großhändlers hinwegtäuschen. Diese hatten sich ein für alle Mal in der Konzernzentrale manifestiert, einem viergeschossigen Zweckbau mit dem Charme eines Bürocontainers.
Vermutlich hatte man bei Gehe andere Sorgen, als man nach dem Krieg erst von Dresden nach München und Anfang der 80er-Jahre schließlich nach Stuttgart umzog. Großhandel war damals noch kein internationales
Geschäft, und so ließ man sich 1987 in einer vergessenen Gegend am nördlichen Stadtrand im Schatten einer gigantischen Müllverbrennungsanlage nieder.
Mit der Internationalisierung wurden die Nachteile des Standorts zunehmend offensichtlich. Gäste mussten sich vom Flughafen bis zum anderen Ende der Stadt durchschlagen. Mit dem Auto waren Staus unvermeidlich, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln wurde die Anreise zum Abenteuer. Um Journalisten und Analysten den Weg zu ersparen, wurden die Bilanzzahlen ab 2009 nicht mehr am Firmensitz, sondern in einem Hotel in der Stadt vorgestellt. Nur einen Vorteil schien der Standort am Neckar gegenüber von Bad Cannstatt zu haben: Die Konzernzentrale lag im Wahlkreis der Grünen-Abgeordneten Biggi Bender, die sich für Liberalisierungsthemen mehr als offen zeigte.
Vor allem aber wurde es bei Celesio zu eng. Obwohl die Gehe-Hauptverwal-tung in ein benachbartes Gebäude zog, platzte die Konzernzentrale aus allen Nähten. Da ein Anbau im Quellgebiet schwierig war, zogen ganze Abteilungen aus: auf die andere Straßenseite, in ein Bürogebäude in der Nähe sowie ins Cannstätter Carré knapp zehn Minuten mit dem Auto entfernt.
Heute sind die 380 Mitarbeiter der Konzernzentrale auf fünf verschiedene Standorte verteilt. Energie und Effizienz bleiben vielfach auf der Strecke geblieben, heißt es aus dem Unternehmen. Bereits vor fünf Jahren wurde daher über einen Umzug nachgedacht - selbst Berlin soll damals zur Diskussion gestanden haben. Am Ende entschied man sich, in Stuttgart zu bleiben: 2015 wurden Verträge unterzeichnet: Der Konzern sicherte sich bei einem Neubauprojekt in der Nähe des Hauptbahnhofs langfristig die Hälfte der Fläche.
Da das sechsstöckige Bürogebäude jetzt fertig ist, können die Kisten gepackt werden. Im Mai soll der Umzug über die Bühne gehen. Dann soll die Belegschaft aus den verschiedenen Objekten am Stockholmer Platz 1 hinter der Stadtbibliothek einziehen, ein neues Bürokonzept soll für frischen Wind sorgen. Auf drei Dreivierteletagen sollen alle Abteilungen Platz haben, auch genügend Besprechungsräume für Treffen mit Gästen und externen Beratern sollen endlich wieder zur Verfügung stehen.
In der Neckartalstraße soll die GeheHauptverwaltung mit 240 Mitarbeitern in die bisherige Konzernzentrale ziehen. Der bisherige Sitz soll dann vermarktet werden.


Rubrik: Allgemeines
Quelle: apotheke adhoc
Web: http://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/markt/nachricht-detail-markt/grosshandel-kistenpacken-bei-celesio/


Was aus der 1000-Dollar-Pille wurde

Datum: 16.03.2017

Vor drei Jahren führte der US-Konzern Gilead ein neues HepatitisMedikament in Deutschland ein.
1000 Dollar verlangte der Hersteller dafür - pro Pille! Krankenkassen und Politik schlugen Alarm, die Kosten drohten zu explodieren. Drei Jahre später zieht Deutschland-Geschäftsführer Carsten Nowotsch Bilanz.
WirtschaftsWoche: Herr Nowotsch, seitdem Gilead rund 1000 Dollar für eine einzige Pille gegen Hepatitis verlangt hat, gilt ihr Unternehmen als Medika-menten-Abzocker Insgesamt 60.000 Euro kostete die Behandlung. Wie lebt es sich mit diesem Image?
Carsten Nowotsch: Sie meinen Sovaldi, ein Medikament gegen Hepatitis C, das wir 2014 in Deutschland eingeführt haben. Mit dem Vorwurf konnten wir immer relativ wenig anfangen, denn Sovaldi war der Auftakt von mehreren neuen Kombinationspräparaten, die nicht nur die Behandlung dieser Leberinfektion revolutioniert, sondern auch die Kosten pro Heilung halbiert haben. Eine achtwöchige Behandlung mit dem Nachfolgepräparat Harvoni kostet heute knapp 38.000 Euro.
...bei Produktionskosten von einigen hundert Euro...
... gegenüber den rund 70.000 Euro, die die Heilung eines Hepatitis-C-Pati-enten in der Vor-Sovaldi-Ära gekostet hat. Die Heilungsraten liegen heute zwischen 96 und 100 Prozent. Dass das kein überzogener Preis ist, bestä-
tigen uns mittlerweile auch ausgewiesene Pharma-Kritiker wie der Bremer Professor Gerd Glaeske. Früher konnten Sie Hepatitis C kaum heilen. Auf Interferone etwa sprachen nur 25 Prozent der Patienten an. Durch unsere Mittel spart die Gesellschaft Folgekosten, etwa für Krankenhausaufenthalte oder Lebertransplantationen. Daran haben wir uns bei der Preisfindung orientiert, nicht an den Produktionskosten. Aber nochmal: Die Kosten pro Heilung haben sich halbiert.
Die Gewinne von Gilead sind dadurch exorbitant gestiegen. Zum Schaden der Gesellschaft: Die Krankenkassen haben damals prognostiziert, das neue Mittel werde die Gesundheitsbudgets sprengen. Von fünf Milliarden Euro Kosten war die Rede.
Die Befürchtungen waren falsch und dramatisch übertrieben. 2014 haben die Arzneimittel zur Behandlung von Hepatitis C - darunter auch Sovaldi
- die Budgets der Kassen mit rund 500 Millionen Euro belastet. Seit 2015 ist das erwähnte Nachfolgepräparat Harvoni in Deutschland auf dem Markt - und der Gesamtumsatz aller Hepatitis-C-Medikamente lag bei rund 1,2 Milliarden Euro. Damals wurde die höchste Zahl von Hepatitis-Patienten erreicht; noch nie konnten so viele Menschen geheilt werden. Dies war allerdings ein kurzfristiger Effekt, der entsteht, wenn Patienten jahrzehntelang auf eine wirksame Therapie warten. Seit 2016 gehen die Patienten-
zahlen und damit die Kosten für die Kassen nach Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 38 Prozent zurück, auf etwa 750 Millionen. Das ist alles weit entfernt von fünf Milliarden Euro.
Gilead hat schamlos ausgenutzt, dass die Pharmaunternehmen im ersten Jahr nach Markteinführung die Preise noch selber festlegen dürfen - erst danach müssen sie in Preisverhandlungen gehen. Viele Gesundheitspolitiker hat Gilead durch ein solches Verhalten vor den Kopf gestoßen. In Berlin wurde bereits darüber diskutiert, für das erste Jahr nach Markteinführung eine Umsatzschwelle von 250 Millionen Euro einzuführen. Noch einmal: War der hohe Preis ein Fehler?
Wir haben im Bereich Hepatitis C mittlerweile drei Produkte durchverhandelt. Für Sovaldi, Harvoni und seit ein paar Tagen auch für Epclusa gilt: Der Unterschied zwischen unseren initialen Preisvorstellungen und dem, was die Kassen nun bereit sind zu zahlen, lag bei zehn Prozent. In zwei von drei Fällen haben wir uns sogar vorzeitig einigen können. Das klingt mir nicht nach überhöhten Preisvorstellungen. Und die Umsatzschwelle ist vom Tisch. Zu Recht. Es hätte die Top-Innovatio-nen bestraft. Jedes Unternehmen, das die Umsatzschwelle überschreitet, hätte dann bewerten müssen, ob sich die Innovation noch rechnet. Wie gesagt, zu unserer Preispolitik stehen wir. Nun hat Gilead schon wieder ein neues Hepatitis-Medikament eingeführt.
Wozu ist das noch nötig, wenn doch angeblich schon nahezu alle Patienten geheilt werden können?
Das ist ja gerade: Wenige schwere Krankheitsfälle fallen immer noch durch das Raster - und diese Versorgungslücke wollen wir schließen. Wir haben nun auch Epclusa auf dem Markt, eine 12-Wochen-Therapie, die
über alle Genotypen wirksam ist und auch bei vielen Patienten wirkt, die bislang nicht geheilt werden konnten. Eine Packung Epclusa kostet nach der Verhandlung nun genauso viel wie Harvoni - es ist eine Therapie für Menschen, die bisher noch nicht optimal versorgt waren. Und wir bereiten die Einführung einer Dreifach-Kombinati-on vor - für die sehr wenigen Patienten, die nach der Behandlung doch noch einen Rückfall erleiden. Unser Ziel heißt: Heilung für alle.
Wenn man Sie so reden hört: Besteht die Hoffnung, dass Hepatitis weltweit ausgerottet werden kann?
Ja, daran glaube ich. Die Weltgesundheitsorganisation sagt: Das könnte bis2030 der Fall sein. Auch in Deutschland ist das möglich, aber wir müssen die Dunkelziffer der 150.000 Menschen in Deutschland erreichen, denen heute gar nicht bewusst ist, dass Sie das Hepatitis-C-Virus haben.


Rubrik: Hersteller
Quelle: Wirtschaftswoche
Web: http://app.wiwo.de/unternehmen/industrie/hepatitis-medikament-sovaldi-was-aus-der-1000-dollar-pille-wurde/19521 980.html


Für Stada wird es ernst

Datum: 15.03.2017

Im Ringen um Stada haben Finanzinvestoren Insidern zufolge zwei Übernahmeangebote über je 3,7 Milliarden Euro für den Arzneimittelhersteller vorgelegt.
Ein Konsortium aus Advent und Permira sowie eines aus Bain Capital und Cinven böten wie erwartet je 58 Euro pro Stada-Aktie, wie mehrere mit der Sache vertraute Personen am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters sagten. Dazu sollen die Aktionäre die Dividen-
de für 2016 erhalten, die Stada auf 72 Cent festgelegt hatte. Zuvor hatte die „Financial Times“ („FT“) über die Bestätigung der Offerten berichtet. Beide Angebote seien - wie von Stada gefordert
- voll finanziert, sagten die Insider.
Der Aufsichtsrat von Stada werde am Mittwoch über die Angebote beraten.
In Finanzkreisen wird erwartet, dass der hessische Arzneimittelhersteller mit beiden Bietergruppen weiter verhandelt. Ein wichtiges Datum ist die Bilanzpressekonferenz am kom-
menden Donnerstag, den 23. März. Dort wird mit weiteren Details von Vorstandschef Matthias Wiedenfels gerechnet.
Advent und Bain hatten bereits vorher je 58 Euro in Aussicht gestellt, Cinven war - zunächst allein - mit 56 Euro ins Rennen gegangen. Der „FT“ zufolge stellen beide Konsortien eine Erhöhung des Preises in Aussicht, wenn eine finale Prüfung der Bücher möglich sei. Die Finanzinvestoren und Stada wollten sich dazu nicht äußern.


Rubrik: Hersteller
Quelle: Manager Magazin
Web: http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/stada-zwei-bietergruppen-legen-kaufangebot-vor-a-1138833.html


Bayer-Chef besorgt über mögliche Strafzölle in den USA

Datum: 13.03.2017

Angela Merkel besucht zum Wochenbeginn US-Präsidenten Donald Trump. Bayer-Chef Werner Baumann schickt der Kanzlerin mahnende Worte mit. Angesichts von Straf-zöllen müsse die Bundesregierung die Interessen deutscher Firmen im Blick haben, betont er - und verteidigt im Interview mit der „Welt am Sonntag“ die Monsanto-Übernahme und den Einsatz von Gentechnik.
Pauschale Gentechnik-Kritik sei ethisch fragwürdig
Doch pauschale Kritik könne er nicht verstehen, betonte Baumann gegenüber der „Welt am Sonntag“ - so beim mit Provitamin A angereicherten Reis, der Kinder vor Erblindung schützen könne. „Wer da trotzdem sagt, er will mit Gentechnik nichts zu tun haben,
der muss schon auf einem sehr hohen Ross sitzen“, sagte Baumann. „Derart kompromisslos gegen Gentechnik zu sein, halte ich für ethisch fragwürdig.“ Gleichzeitig kritisierte er die nur begrenzte Neuzulassung für das Unkrautmittel Glyphosat durch die EU. „Dass die Zulassung für Glyphosat nicht für mehrere Jahre erteilt wurde, wie sonst üblich, sondern nur für 18 Monate, war eine hochgradig politische Entscheidung“, bemängelte Baumann gegenüber der Zeitung. „Es gibt für diese Hängepartie überhaupt keinen inhaltlichen, wissenschaftlichen Grund.“
Baumann erwartet Stabilisierung in den USA
Politische mache er sich angesichts von Brexit und nationalistischer Tendenzen in vielen Mitgliedsstaaten sor-
gen um Europa. „Die Freizügigkeit, der Euro - all das wird nun von einigen Gruppen infrage gestellt“, erklärte er.
In den USA erwarte er hingegen nun eine „gewisse Stabilisierung“ geben, wenn die neue Regierung Trumps sich weiter eingearbeitet habe.
Trumps Kritik an der Pharmaindustrie wie auch Ankündigungen, Arzneimittelzulassungen in den USA stark beschleunigen zu wollen, hatte ein BayerSprecher gegenüber DAZ.online nicht kommentieren wollen. Der Verband der forschenden Arzneimittelhersteller (vfa), zu dem Bayer gehört, hatte die Äußerungen Trumps hingegen stark kritisiert. So sei es „nicht nachzuvollziehen“, dass Trump die Pharmaindustrie angesichts hoher Arzneimittelpreise des Mordes bezichtigt habe, hatte ein vfa-Sprecher erklärt.


Rubrik: Hersteller
Quelle: Deutsche Apotheker Zeitung
Web: https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2017/03/13/bayer-chef-besorgt-ueber-moegliche-strafzoelle-in-den-usa


BVM-Fachtagung: „...mit Gefühl und Verstand: Wie Ärzte entscheiden“

Datum: 14.03.2017

Berlin, Dienstag, 25. April 2017 Warum wird Präparat X und nicht Y verschrieben? Wie „ticken“ Ärzte heute und vermutlich in Zukunft, und auf welcher Basis werden Verordnungsentscheidungen getroffen? Die BVM-Fachtagung „.mit Gefühl und Verstand: Wie Ärzte entscheiden“ fokussiert die spezielle Zielgruppe der Ärzte in Klinik und Praxis. Erfahren Sie, welche typischen Erlebens- und Verhaltensweisen sich auf Verordnungen auswirken und wie diese im Rahmen von moderner State-of-the-Art-Marktforschung valide erfasst werden können.
Pfizer launcht neues Antibiotikum gegen multiresistente Erreger
Pfizer hat das von AstraZeneca
übernommene Antibiotikum Zavifecta in Deutschland und Großbritannien gelauncht. Der amerikanische Pharmakonzern positioniert das Präparat als eine Behandlungsoption, die für den Bedarf an neuen Antibiotika gegen zunehmend resistente, gram-negative Erreger entwickelt wurde. Zavifecta ist seit Juni 2016 in der EU zugelassen, unter anderem für schwere intra-abdominale Infektionen, Harnwegsinfekte und im Krankenhaus zugezogene Lungenentzündungen. Das Arzneimittel gehörte zu einem Paket von Antibio-tika-Wirkstoffen, die AstraZeneca im August 2016 an Pfizer verkaufte. Laut der Vereinbarung zahlten die New Yorker für die drei zugelassenen und zwei in der Pipeline befindlichen Wirkstoffe umgerechnet 642 Millionen Euro in
bar und sind verpflichtet, AstraZeneca potenziell 753 Millionen Euro Meilensteinzahlungen und Provisionen zu vergüten.
Im Jahresverlauf 2017 und in 2018 will Pfizer das Antibiotikum Zavifecta in weiteren Märkten außerhalb der USA einführen.
Dr. Freda Lewis-Hall, Executive Vice President und Chief Medical Officer von Pfizer: „Der Launch von Zavicefta bekräftigt Pfizers langwährendes Engagement für Patienten, die von schwerwiegenden Infektionskrankheiten betroffen sind. Wir suchen weiterhin nach Lösungen für eine der größten Herausforderungen den Menschheit - die Bakterien zu bekämpfen, die Infektionen und Leid verursachen.“


Rubrik: Forschung und Entwicklung
Quelle: healthcaremarketing
Web: http://www.healthcaremarketing.eu/unternehmen/detail.php?rubric=Unternehmen&nr=47648


Diabetes Patienten schlecht versorgt

Datum: 17.03.2017

Es fehlen Diabetologen und FachZentren, das AMNOG hält Arznei-In-novationen vom Markt fern, beklagt die Diabetes Gesellschaft.
Von Martina Merten
BERLIN. Zahlreiche Kritikpunkte an der derzeitigen Versorgung von DiabetesPatienten hat die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) ausgemacht. Einer der gravierendsten: die Auswirkungen des Arzneimittelmarktneuordnungsgesetzes (AMNOG) auf die Diabetologie. Zwar unterstütze die DDG die Notwendigkeit und das Konzept des Gesetzes zur Kostenbegrenzung, unterstrich Professor Dirk Müller-Wieland, Vizepräsident der Fachgesellschaft. „Der GBA bezieht die wissenschaftlichen Fachgesellschaften bei der Definition des „medizinischen Standards“ aber nicht ausreichend ein“, so Müller Wieland am Rande der Jahrespressekonferenz der DDG in Berlin.
Wichtig sei zum Beispiel , die Fachgesellschaften bei der Festlegung der sogenannten zweckmäßigen Vergleichstherapie - der Therapie also, für die vorzugsweise Endpunktstudien vorliegen und die sich in der praktischen Anwendung bewährt hat - zu beteiligen. Zudem sollten chronisch kranke Patienten wie Diabetiker an der frühen Nutzenbewertung gemäß dem AMNOG teilnehmen können, fordert die DDG.
Mit Sorge betrachtet die DDG auch die Versorgungslage für Diabetiker. Die Anzahl der Menschen, die unter Diabetes leiden, steige drastisch, berichtete Professor Baptist Gallwitz von der DDG. „Es fehlen aber entsprechende Fachkräfte und Schwerpunktpraxen, um dieser Situation Herr zu werden“, so der stellvertretende Direktor der Medizinischen Klinik IV an der Uni Tübingen. Derzeit erfolgt die stationäre spezialisierte Betreuung von Diabetikern in etwa 165 zertifizierten Einrich-
tungen an Krankenhäusern. Ambulant betreuen circa 60 000 Hausärzte und rund 1100 Schwerpunktpraxen mit Diabetologen Patienten mit Diabetes. Die Zahl der klinischen Lehrstühle für Diabetologie und Stoffwechsel an deutschen Universitäten sinke. Die DDG fordert eine standardmäßige Verankerung des Faches im Studium. Außerdem müssten Bund und Länder dafür sorgen, dass die Zahl der Lehrstühle wieder steige, so Gallwitz.
Kritik übte die DDG an der Mutterschaftsrichtlinie. Darin ist zum Screening auf Gestationsdiabetes die einfache von zwei Blutzuckerbe-lastungstest-Varianten vorgesehen. Sinnvoller ist nach Ansicht der DDG initial der präzisere 75 g orale Glukosetoleranztest (75 g oGTT). Bei allen Schwangeren sollte dieser Test zum Screening direkt abgerechnet werden dürfen, so Professor Ute Schäfer-Graf von der DDG. Das sei derzeit nicht der Fall.

Gesundheitspolitik
Zeitschrift: Deutsche Apotheker Zeitung Datum: 17.03.2017
SPD-Ministerien bremsen das Rx-Versandverbot aus
Die Chancen auf die Umsetzung eines Versandhandelsverbotes für verschreibungspflichtige Arzneimittel noch in dieser Legislaturperiode sind erheblich gesunken. Die beiden SPD-geführten Ministerien für Wirtschaft und Justiz haben gegen den Gesetzentwurf des Bundesgesundheitsministeriums Veto eingelegt. Dass das Verbot noch rechtzeitig im Bundeskabinett abgestimmt wird, um vor der Bundestagswahl beschlossen zu werden, wird somit immer unwahrscheinlicher.
Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) hatte nach zweifacher Nachbesserung Mitte Februar einen Referentenentwurf zum Rx-Versandverbot an alle anderen Bundesministerien zur Ressortabstimmung geschickt. Schon während einer Vorabstimmung zu dem Thema hatte das SPD-geführte Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) protestiert und bemängelt, dass ein solches Gesetz europarechts- und verfassungswidrig sei. Das BMG änderte anschließend einige Passagen in der Begründung des Entwurfes und leitete die Ressortabstimmung trotzdem ein. Allerdings hat das BMG auch in der offiziellen Ressortabstimmung keine Einigkeit herstellen können. Aus Koalitionskreisen hieß es, dass gleich zwei Bundesministerien Veto eingelegt haben und das Gesetz nicht im Bundeskabinett haben möchten.
Einerseits betrifft das das Bundesjustizministerium von Heiko Maaß (SPD). Das Justizministerium soll erhebliche europarechtliche und verfassungsrechtliche Bedenken haben. Noch viel deutlicher hat sich allerdings das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) von Brigitte Zypries (SPD) geäußert.
BMWi: Auch Versandapotheken dürfen nicht sterben
DAZ.online liegen Auszüge aus der Stellungnahme des Wirtschaftsministeriums vor. Darin heißt es, dass das BMWi ein Verbot des Versandhandels mit Rx-Arzneimitteln ablehne und einer Kabinettbefassung widerspreche. Auch das BMWi sieht „erhebliche verfassungsrechtliche und europarechtliche Schwächen“. Doch damit nicht genug. Das Wirtschaftsministerium glaubt dem BMG nicht, wenn es behauptet, dass die flächendeckende Versorgung durch das EuGH-Urteil zur Rx-Preisbindung gefährdet sei. Diese Bedrohung sei „nicht erkennbar“ und werde durch den Entwurf auch nicht nachvollziehbar belegt.
Weiterhin stellt das Gesundheitsministerium aus Sicht des Ministeriums von Brigitte Zypries auch nicht dar, warum Rx-Boni die Arzneimittelversorgung gefährden könnten. Das BMWi sieht außerdem die „wirtschaftliche Existenz“ der deutschen Versandapotheken in Gefahr, sollte der Rx-Versand verboten werden. Die Versender
hätten „erhebliche Investitionen“ getätigt und seien langfristige Verpflichtungen eingegangen. Und weiter: „Da deutsche Versandhandelsapotheken immer Präsenzapotheken mit einer Versanderlaubnis sind, wäre der Fortbestand auch dieser Präsenzapotheken gefährdet. In Folge dessen könnte es durch den staatlichen Eingriff zu einer Einschränkung und Gefährdung der flächendeckenden Versorgung kommen.“
Letzte Chance: Koalitionsausschuss
Des Weiteren kritisiert das BMWi das Haus von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) dafür, dass es nicht dargestellt habe, ob es in den Monaten nach dem EuGH-Urteil zu irgendwelchen Veränderungen in der flächendeckenden Versorgung gekommen sei. Gleichermaßen habe das BMG nicht nachgewiesen, ob sich der Versandhandel seit seinem Bestehen negativ auf die Apothekenstruktur ausgewirkt habe. Das BMWI sorgt sich auch darum, ob die vom BMG präsentierte Begründung des Rx-Versandverbotes den „Darlegungsund Beweisanforderungen des EuGH“ gerecht werden könne. Hörte man sich in den vergangenen Wochen in den Regierungsfraktionen um, wurde immer wieder der 22. März als Stichtag für das Rx-Versandverbot genannt.

An diesem kommenden Mittwoch trifft sich in Berlin das Bundeskabinett, um Gesetze zu beschließen, auf die sich die Ministerien zuvor im Rahmen der Ressortabstimmung geeinigt haben. Der 22. März gilt als Stichtag, weil man davon ausgeht, dass das Notifizierungsverfahren des Versandverbotes auf EU-Ebene sechs Monate in Anspruch nehmen dürfte. In dieser Zeit ist der Bundestag zu einer „Stillhalte-frist“ verdonnert, das Vorhaben darf so lange also nicht beschlossen werden. Die Bundestagswahl findet allerdings am 24. September statt. Das heißt: Leitet die Bundesregierung die EU-Notifizierung erst im April ein, dürfte
der Bundestag das Rx-Versandverbot frühestens im Oktober beschließen. Das ist allerdings nicht möglich, da laut dem sogenannten „Diskontinuitätsprinzip“ alle laufenden Gesetze am Ende einer Legislaturperiode verfallen.
Rx-Versandverbot wird von Parteispitzen besprochen
Auf die Frage, wie man das geplante Versandverbot nun noch realisieren wolle, antwortete ein BMG-Sprecher mit der Antwort, die das Ministerium schon seit Wochen zu diesem Thema präsentiert: „Wir befinden uns offiziell noch in der Ressortabstimmung und wollen uns zum laufenden Verfahren nicht äußern. Wir halten aber am Rx-Versandverbot fest.“
Sollte Gröhe seine Regierungskollegen bis zum kommenden Mittwoch nicht doch noch irgendwie umstimmen, bleibt ihm und den Apothekern noch eine Chance auf die Umsetzung des Verbotes: der Koalitionsausschuss. Immerhin da gibt es eine gute Nachricht für die Apotheker: Nachdem das Spitzengremium, in dem strittige Punkte zwischen den Parteispitzen ausdiskutiert werden, mehrfach verschoben werden musste, gibt es nun einen neuen Termin. Am 29. März sollen CDU, CSU und SPD abends zusammenkommen, um über politische Streitpunkte zu diskutieren. Nach Informationen von DAZ.online steht auch das Gesetz zum Rx-Versandverbot auf der Tagesordnung.


Rubrik: Gesundheitspolitik
Quelle: Ärztezeitung
Web: http://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/berufspolitik/article/931821/diabetes-gesellschaft-diabetes-patienten-schlecht-versorgt.html?cm_mmc=Newsletter-_-Newsletter-C-_-20170317-_-Berufspolitik


Gröhe-Haushalt soll 2018 nahezu stagnieren

Datum: 16.03.2017

BERLIN. Der Haushalt des Bundesgesundheitsministeriums soll 2018 um rund 15 Millionen auf 15,174 Milliarden Euro steigen - ein Zuwachs von 0,1 Prozent.
Das sieht der vorläufige Haushaltsplan vor, den das Bundesfinanzministerium am Mittwoch vorgestellt hat. Insgesamt sieht der Bundeshaushalt für 2018 Ausgaben von 335,5 Milliarden
Euro (plus 1,9 Prozent). Die zusätzlich zur Verfügung stehenden 6,5 Milliarden Euro fließen vor allem in die Verteidigung (plus 1,4 Milliarden Euro) und in das Arbeits- und Sozialressort (3,3 Milliarden Euro). Der Haushalt soll wiederum ohne Neuverschuldung auskommen. Ende Juni entscheidet das Bundeskabinett über den Entwurf. Details wird aber erst die neue Regierung festlegen. (fst)


Rubrik: Gesundheitspolitik
Quelle: Ärztezeitung
Web: http://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/berufspolitik/article/931732/bundesgesundheitsministerium-groehe-haushalt-soll-2018-nahezu-stagnieren.html?cm_mmc=Newsletter-_-Newsletter-C-_-20170316-_-Berufspolitik


In Kliniken spitzen sich Arzneimittelengpässe zu

Datum: 09.03.2017

Bundesärztekammer, Krankenhäuser und Kassen schlagen Alarm: In den Kliniken vergeht kein Tag, ohne dass es zu Engpässen auch bei versorgungskritischen Arzneien kommt.
Von Anno Fricke
BERLIN. Eine Pflicht für pharmazeutische Unternehmer, Lieferengpässe an das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zu melden, haben Vertreter der Ärzteschaft, der Krankenhausapotheker und der Krankenkassen gefordert. „Die freiwillige Meldung von Notständen an die Krankenhäuser läuft absolut schlecht“, sagte der Chef der AOK-Baden-Würt-temberg Dr. Christopher Hermann bei einer Pressekonferenz am Mittwoch in Berlin. Hermann forderte eine Transparenzoffensive, um die Versorgungslage und die Verantwortlichkeiten für Mangelsituationen zu klären. „Wer wohin wann etwas liefert, bleibt in Deutschland im Dunkeln. Das ist ein Wirrwarr erster Güte“, sagte der AOK-Chef.
Der stellvertretende SPD-Fraktions-vorsitzende Professor Karl Lauterbach erteilte dem Ansinnen eine Absage.
95 Prozent der Zubereitungen gingen ohne Zwischenhandel an die Kran-
kenhausapotheken. Zunächst müsse daher die im Arzneimittel-Versor-gungsstärkungsgesetz vorgesehene Pflicht für die Unternehmen ausprobiert werden, den Krankenhäusern Lieferschwierigkeiten zu melden. Das Gesetz will der Bundestag am Donnerstag verabschieden.
Im Februar 2017 haben in den Krankenhaus-Apotheken 280 verschiedene Wirkstoffe gefehlt, darunter 30 als versorgungskritisch eingestufte Arzneien, vor allem Lösungen zur Injektion. Das hat eine aktuelle Umfrage des Bundesverbands Deutscher Krankenhausapotheker (ADKA) ergeben. Lediglich für acht Wirkstoffe hätten die pharmazeutischen Unternehmer Lieferschwierigkeiten angemeldet, sagte ADKA-Präsident Rudolf Bernard am Mittwoch in Berlin. Hochgerechnet seien etwa 12.000 Patienten betroffen gewesen.
Einzelne Akteure an den Pranger zu stellen, sei falsch, sagte der Vorsitzende der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft, Professor Wolf-Dieter Ludwig. Hersteller sollten tatsächliche und drohende Engpässe an das BfArM melden müssen. Mittelfristig sei wichtig, die Wirkstoffherstellung aus Indien und China nach
Europa zurückzuholen. Die Konzentration der Grundstoffproduktion stelle alle Beteiligten vor „enorme logistische Probleme“. Es sei zu beobachten, dass nicht neue und teure Onkologika von Lieferproblemen betroffen seien, sondern vor allem zum Teil seit 30 Jahren vertriebene Zytostatika.
Die Konsumenten geben der Versorgung mit Arzneien in öffentlichen Apotheken gute Noten. Eine deutliche Mehrheit von 67 Prozent empfindet die Situation als gut oder sehr gut.
Das geht aus einer aktuellen Umfrage von Forsa im Auftrag der AOK-Baden-Württemberg hervor. Befragt wurden 2000 über 20-Jährige, die regelmäßig verschreibungspflichtige Arzneien benötigen.
Ursache für Marktverengungen seien auch die Rabattverträge, reagierte der Branchenverband Pro Generika. Auch bei versorgungskritischen Arzneien wie Antibiotika werde von den Kassen oft nur ein Anbieter ausgewählt.
Die arzneipolitische Sprecherin der Linken im Bundestag, Kathrin Vogler, forderte ein öffentliches Register für drohende und tatsächliche Lieferengpässe sowie Sanktionsmöglichkeiten gegen Pharmaunternehmen, die gegen Lieferverpflichtungen verstießen.


Rubrik: Allgemeines
Quelle: Ärztezeitung
Web: http://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/arzneimittelpolitik/article/931230/diskussion-meldepflicht-kliniken-spitzen-arzneimittelengpaesse.html?cm_mmc=Newsletter-_-Newsletter-C-_-20170309-_-Arzneimittelpolitik


Aponeo verweigert Zusammenarbeit mit Amazon

Datum: 07.03.2017

Kunden des Amazon-Programms „Prime“ sollen offenbar demnächst Arzneimittel über den Versandkonzern ordern können. Hierfür hat der Branchenriese Gespräche mit zukünftigen Partnern aufgenommen - darunter mit der Versandapotheke Aponeo, wie diese gegenüber DAZ. online bestätigt. Aponeo will jedoch aus mehreren Gründen nicht mit Amazon zusammenarbeiten.
Auch wenn die Zustellung noch nicht per Drohnen erfolgen soll: Amazon hat es offenbar auf den Apothekenmarkt abgesehen. In einigen Teilen Londons liefert der Versandkonzern über die mehr als 200 Jahre alte Apotheke John Bell & Croyden mehr als 7000 Produkte innerhalb von zwei Stunden aus - und auch in Deutschland sollen offenbar demnächst Arzneimittel über das Amazon-Programm „Prime“ erhältlich sein. Für einen Jahresbeitrag von 69 Euro sollen Kunden dann nicht nur Videos und Musik gratis erhalten, sondern zukünftig wohl auch Arzneimittel schnell nach Hause geliefert bekommen.
In 20 Städten stellt Amazon so nach eigenen Angaben bereits mehr als
eine Million verschiedene Produkte innerhalb des Tages zu, an dem die Bestellung aufgegeben wurde. Ähnlich wie in London können Kunden aus Berlin oder München sogar innerhalb von nur zwei oder sogar nur einer Stunde ausgewählte Produkte zugestellt bekommen - bei einem Mindestbestellwert von 20 Euro.
Wie Hartmut Deiwick, kaufmännischer Leiter der Berliner Versandapotheke Aponeo, gegenüber DAZ.online bestätigt, hat der Versandkonzern auch mit ihm Kontakt aufgenommen, um einen Lieferservice in Berlin aufzubauen. Doch die Gespräche seien zwischenzeitlich beendet worden.
„Das war logistisch nicht abbildbar“, sagt Deiwick, „weil wir als Apotheke aus den Apothekenräumlichkeiten versenden“.
Für Aponeo logistisch und kaufmännisch nicht interessant genug
Denn Amazon habe die Pakete gerne in der Stadtmitte abgeholt - Aponeo ist jedoch im Osten Berlins im Stadtteil Alt-Hohenschönhausen angesiedelt. Gleichzeitig sei das Angebot kaufmännisch nicht interessant genug gewesen. „Die Konditionen waren
zu schlecht, als dass man sich hätte beteiligen wollen“, erklärt Deiwick.
Er will offenbar lieber das eigene Geschäft aufbauen, als Amazon bei der Marktvergrößerung unterstützen. Nach seinen Informationen will der Versandkonzern nun Kontakt mit Vor-Ort-Apotheken im Stadtzentrum suchen, die in Bezug auf die Logistik günstiger gelegen sind.
Deiwick kann zwar mögliche Sorgen vor der Marktmacht Amazons verstehen - sieht das geplante Angebot aber dennoch gelassen. „Letztendlich sehe ich da keine richtige Konkurrenz“, erklärt Deiwick - wohl auch da Aponeo innerhalb Berlins gleichfalls am selben Tag Arzneimittel zustellt. Ohnehin seien die Prozesse sowohl für die Apotheke als auch für Amazon nicht richtig kompatibel, betont er.
Der Versandkonzern selbst will sich auf Nachfrage zu seinen Plänen im Apothekenmarkt nicht äußern. „Amazon hat dazu keine Ankündigung gemacht“, erklärt ein Sprecher knapp. Schon jetzt sind viele Arzneimittel über die Plattform erhältlich: Zahlreiche deutsche Apotheken mit Versandapotheken nutzen sie für den Verkauf von OTC-Präparaten.


Rubrik: Allgemeines
Quelle: Deutsche Apotheker Zeitung
Web: https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2017/03/07/amazon-sucht-apotheker-fuer-arzneimittel-lieferdienst


GKV-Reserven steigen auf 25 Milliarden Euro

Datum: 06.03.2017

Knapp 1,4 Milliarden Euro Überschuss haben die Krankenkassen 2016 erzielt, ihre Reserven erreichten am Jahresende 15,9 Milliarden Euro, Weitere 9,1 Milliarden liegen im Gesundheitsfonds.
Von Helmut Laschet
BERLIN. Die Leistungsausgaben der gesetzlichen Krankenkassen sind 2016 um moderate 3,2 Prozent gestiegen, unter Einschluss der Verwaltungskosten (plus 4,8 Prozent) waren es 3,3 Prozent. Das ist der niedrigste Ausgabenzuwachs seit 2012; er liegt deutlich unter der Prognose des Schätzerkreises, der im Oktober 2015 mit 4,3 Prozent Wachstum gerechnet hatte. Dies geht aus den am Montag vom Bundesgesundheitsministerium veröffentlichten GKV-Finanzergebnis-sen hervor.
„Die GKV steht mit Reserven von 25 Milliarden Euro weiterhin auf einer guten Grundlage. Das zeigt, die Panikmache, mit der Versicherte verunsichert wurden, hat sich als falsch
erwiesen“, so Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe. Leistungsverbesserungen in der Prävention, der Hospiz- und Palliativversorgung sowie im Krankenhaus seien „mit Augenmaß“ erreicht worden.
Die Überschüsse differieren stark nach Kassenart: am höchsten sind mit 935 Millionen Euro bei den AOK, gefolgt von Ersatzkassen mit 321 Millionen Euro. Lediglich IKKen liegen mit 33 Millionen Euro leicht im Defizit.
Die Zuwächse in allen großen Leistungsblöcken lagen sämtlich unter dem Zuwachs der Beitragseinnahmen: Ärzte plus 3,4 Prozent, Arzneimittel plus 3,1 Prozent, Krankenhaus plus 2,8 Prozent (je Versichertem). Auch das Wachstum bei Krankengeldzahlungen, der in den Vorjahren teils zweistellig war, hat sich mit 2,89 Prozent normalisiert.
Wirkung zeigen neue Leistungsgesetze: Ausgaben für Prävention stiegen um 55 Prozent auf 485 Millionen Euro, damit sieht das BMG die Richtwerte schon im ersten Jahr der Geltung des Präventionsgesetzes als erfüllt an.
Auch die Zuwächse bei der Förderung der Hospize von 28 Prozent auf 45 Millionen Euro und für die spezialisierte Palliativversorgung von 22 Prozent auf 73 Millionen Euro wertet das BMG als positiv. Angesichts dieser Bilanzergebnisse hält der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie die Logik des seit fast sieben Jahren geltenden Preismoratoriums für „ad absurdum geführt“, wie dessen Vorsitzender Martin Zentgraf erklärte.
Noch massiver kritisiert die Deutsche Krankenhausgesellschaft den Sparkurs in der GKV. Angesichts hoher Überschüsse dürfe die Unterfinanzierung ambulanter Notfalleistungen nicht länger ungelöst bleiben. Noch in diesem Jahr müsse der Gesetzgeber bis zu einer grundsätzlichen Reform die Vergütung der Notfallleistungen um mindestens eine halbe Milliarde Euro aufstocken. Auch bei der Refinanzierung der Tarifabschlüsse verweigerten die Kassen die Berücksichtigung der Mehrkosten. Ferner müssten die Leistunsgerbringer in die Arbeit des Schätzerkreises einbezogen werden.


Rubrik: Allgemeines
Quelle: Ärtzezeitung
Web: http://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/arzneimittelpolitik/article/931084/aktuelle-bmg-zahlen-gkv-reserven-steigen-25-milliarden-euro.html?cm_mmc=Newsletter-_-Newsletter-C-_-20170307-_-Arzneimittelpolitik


Holland-Connection: Apotheker freigesprochen

Datum: 06.03.2017

Berlin - Schlecht beraten, Prozess gewonnen: Das Landgericht Chemnitz (LG) hat Apotheker Eugene van E. vom Vorwurf des Steuerbetrugs freigesprochen. Knapp zwei Millionen Euro soll der Niederländer mit vermeintlich grenzüberschreitendem Versandhandel hinterzogen haben. Im Strafverfahren konnte er das Gericht überzeugen, dass seine Weste weiß war und seine Berater die Schuld trugen.
E. ist seit 2000 Inhaber einer Apotheke in Bad Schlema; in einem Ärztehaus in Chemnitz betreibt er eine weitere Apotheke. Zur Gruppe gehören außerdem ein Großhandel, ein Sterillabor und eine Immobiliengesellschaft, der mehrere Ärztehäuser gehören. Die Firmen haben ihren Sitz ebenfalls in Chemnitz. Allein der Großhandel soll 2014 mehr als 20 Millionen Euro Umsatz gemacht haben.
Seit 2005 unterhält E. in der Nähe von Amsterdam außerdem die Versandapotheke Postpills. Ihre Rezepte müssen die Kunden allerdings an ein Postfach in Chemnitz schicken; ab zwei verschreibungspflichtigen Arzneimitteln ist der Versand gratis.
Laut Staatsanwaltschaft ist das Geschäft hierzulande steuerpflichtig. E. hätte die Umsatzsteuer, die er im Ausland gezahlt hat, hier im Inland zahlen müssen, so eine Gerichtssprecherin. Heißt: Statt 6 hätte er 19 Prozent abführen müssen.
Seit Herbst musste sich E. vor der Wirtschaftsstrafkammer des LG Chemnitz verantworten; es gab eine ganze Reihe an Verhandlungsterminen. Der Staatsanwaltschaft zufolge sind knapp drei Jahre lang falsche oder teilweise gar keine Steuererklärungen abgegeben worden. Der Schaden soll bei mehr als 1,9 Millionen Euro liegen.
Der Apotheker kündigte schon beim Prozessauftakt an, sich vor Gericht ausführlich äußern und monatliche Abrechnungen vorlegen zu wollen.
Für die steuerliche Abwicklung des Versandhandels habe er bis zu sieben Berater engagiert, sagte er beim ersten Termin. Diese sollen aber mit dem Arzneimittelversand auch nicht gut klargekommen sein: Er sei sehr enttäuscht, dass sie nicht in der Lage gewesen seien, die Sache richtig zu erfassen. Bei dieser Haltung blieben E. und seine Anwälte - mit Erfolg. „Freigesprochen wurde er deshalb, weil die Kammer sich nicht davon überzeugen konnte, dass er vorsätzlich die Steuern hinterzogen hat“, sagt die Gerichtssprecherin. „Man ging - im Gegensatz zur Staatsanwaltschaft - davon aus, dass er nicht wusste, dass er die Umsatzsteuer in Deutschland zu erklären und zu begleichen hatte.“
Gerade weil die Auslegung der steuerrechtlichen Vorschriften nicht so einfach gewesen sei, habe E. mehrere Berater gehabt. Teilweise waren renommierte internationale Steuerkanzleien involviert. Im Prozess konnte E. anhand
von Dokumenten nachweisen, dass diese ihn falsch beraten hatten. „Letztlich hat er, nachdem feststand, dass die Umsatzsteuer hier in Deutschland zu erklären war, dies auch getan und die Steuern nachgezahlt.“
All dies überzeugte die Richter. So wurde E. in allen Punkten freigesprochen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Da der Staatsanwalt die Verurteilung beantragte, ist laut Gerichtssprecherin mit Einlegung der Revision durch die Staatsanwaltschaft zu rechnen. Prozessbeobachter reagierten überrascht. Denn die Vorschriften sind nicht neu und eindeutig: Wer Waren an deutsche Kunden versendet, muss ab einer Umsatzschwelle von 100.000 Euro an den deutschen Fiskus abführen. Spätestens seit „Vorteil24“ ist diese Regelung auch in der Apothekenbranche bekannt. Das Bundesfinanzministerium (BMF) hatte 2012 die Finanzbehörden auf das Thema angesetzt. Sie sollten überprüfen, ob der Trick mit dem Mehrwertsteuergefälle rechtmäßig war.
Ob E. nun mit berufsrechtlichen Konsequenzen rechnen muss, ist noch nicht entschieden: Sobald der Hinweis vom Gericht kommt, wird der zuständige Ausschuss der Apothekerkammer prüfen, ob die Verfehlungen hinlänglich abgegolten sind oder ob eine sogenannter „berufsrechtlicher Überhang“ besteht. Dazu sei man gesetzlich verpflichtet, so Geschäftsführer Dr. Frank Bendas. Die Entscheidung trifft dann der Vorstand.
Hinterziehen Apotheker und Ärzte Steuern, begeben sie sich gleich doppelt in Gefahr. Ihnen drohen nicht nur Ärger mit dem Finanzamt bis hin zu strafrechtlicher Verfolgung, sondern im Fall einer Verurteilung auch ein Berufsverbot. Jeder Einzelfall ist gesondert zu prüfen, doch ab 100.000 Euro könnten nach einem Urteil des Verwal-
tungsgerichts Augsburg (VG) aus dem vergangenen Jahr die Schmerzgrenze erreicht und die Voraussetzung für einen Approbationsentzug erfüllt sein. Zuletzt hatte der Bayerische Verwaltungsgerichtshof (VGH) den Approbationsentzug gegen einen Zahnarzt bestätigt, der rund 60.000 Euro hinterzogen, sich aber uneinsichtig gezeigt hatte.
Postpills hatte vor fünf Jahren überregional für Schlagzeilen gesorgt: Kunden erhielten bei der vermeintlich niederländischen Versandapotheke Rabatte auf verschreibungspflichtige
Arzneimittel, wenn sie einen Fragebogen zu ihrem Wohlbefinden ausfüllten. Wer viele hochpreisige Rx-Artikel bestellte, konnte so bis zu 25 Euro Rabatt erhalten.
Die Apothekerkammer Sachsen gab die Angelegenheit zur Prüfung an die ABDA. Doch letztlich war es die Apothekerkammer Nordrhein, die den Verband Sozialer Wettbewerb einschaltete. 2014 verbot das LG Berlin das Modell. Den Vordruck für die „Anwendungsbeobachtung“ gibt es immer noch, Rabatte werden derzeit jedenfalls nicht angepriesen.


Rubrik: Allgemeines
Quelle: apotheke adhoc
Web: http://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/apothekenpraxis/nachricht-detail-apothekenpraxis/holland-connection-apotheker-freigesprochen-postpills-landgericht-chemnitz-steuerbetrug/


Codieren statt Behandeln

Datum: 03.03.2017

Eine Umfrage des Hartmannbunds unter 1300 Assistenzärzten zeichnet ein ungeschminktes Bild der Arbeit im Wirtschaftsbetrieb Krankenhaus.
Von Florian Staeck
BERLIN. Assistenzärzte im Krankenhaus bewerten ihre Arbeitssituation kritisch. Das geht aus einer nicht repräsentativen Befragung des Hartmannbundes unter rund 1300 Assistenzärzten hervor.
Ein Drittel der Befragten (32,2 Prozent) benotet die aktuellen Arbeitsbedingungen mit einer 3, knapp 30 Prozent vergeben sogar die Schulnote 2. Allerdings hält jeder Fünfte seine Arbeitsbedingungen nur für „ausreichend“, weitere zwölf Prozent sogar „mangelhaft“.
Jeweils mehr als ein Drittel der Befragten leistet nach eigenen Angaben pro Woche bis zu fünf oder bis zu zehn Überstunden. Bei weiteren 16 Prozent der Assistenzärzte fallen sogar bis zu 15 Überstunden an. Fast die Hälfte (48 Prozent) der jungen Ärzte erklärt,
schon einmal „direkt oder indirekt vom Arbeitgeber aufgefordert worden zu sein, Überstunden nicht zu dokumentieren“.
40 Prozent der Ärzte geben an, sie könnten nur selten ihre Pausenzeiten einhalten, bei 14 Prozent der Befragten ist das sogar „nie“ der Fall. Nur fünf Prozent erklären, „immer“ Pause machen zu können. Desaströs fallen die Antworten hinsichtlich der Vereinbarkeit von Arbeit und Privatleben aus. 39 Prozent stimmen der Aussage zu, dass das Privatleben unter der Arbeitsbelastung leide, bei 22 Prozent trifft dies „eher zu“. Nur 2,5 Prozent der jungen Ärzte sehen gar keine Auswirkungen ihrer Arbeitsbelastung auf das private Umfeld.
Der Hartmannbund-Vorsitzende Dr. Klaus Reinhardt wertet die Ergebnisse der Umfrage als einen „Hilferuf der jungen Ärztegeneration, die so nicht mehr arbeiten will“. Die Ökonomisierung des Medizinbetriebs hat nach seiner Ansicht „eine Dimension erreicht, die die Rolle des Arztes massiv verändert“. Das zeigt sich beispiels-
weise beim Zeitaufwand für arztfremde Tätigkeiten wie das Codieren. 36,5 Prozent der Befragten müssen täglich mehr als drei Stunden für diese Tätigkeit aufwenden. Und mehr als ein Drittel (34,7 Prozent) der Befragten taxiert den Aufwand für das Codieren auf bis zu drei Stunden.
Die Bürokratisierung ärztlicher Arbeit findet ihre Kehrseite in fehlender Zeit am Patientenbett: Nur jeder vierte Assistenzarzt ist mit der Behandlungszeit, die ihm für Patienten zur Verfügung steht, (sehr) zufrieden (Schul-noten 1 und 2). 42 Prozent vergeben dagegen hier die Noten 4 und 5.
65 Prozent der im Dezember 2016 und Januar 2017 Befragten sind männlich, 35 Prozent weiblich. Zwei Drittel der Teilnehmer ist zwischen 27 und 34 Jahre alt. Die am stärksten repräsentierten Fachrichtungen sind Innere Medizin (ohne Schwerpunkt, 16,7 Prozent), Anästhesiologie (11,7 Prozent), Orthopädie und Unfallchirurgie (9,5 Prozent), Kinder- und Jugendmedizin (7,3 Prozent) und Allgemeinmedizin (5,8 Prozent).


Rubrik: Allgemeines
Quelle: Ärztezeitung
Web: http://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/berufspolitik/article/930957/frustrierte-mediziner-codieren-statt-behandeln.html?cm_mmc=Newsletter-_-Newsletter-C-_-20170306-_-Berufspolitik


„Ich bin weder für noch gegen einen Verkauf“

Datum: 10.03.2017

Der Stada-Aufsichtsratschef legt sich weiter nicht fest, ob er den Phar-mahersteller an Finanzinvestoren veräußern will oder nicht. Die haben sich schon zu zwei Gruppen im Bieterkampf zusammengeschlossen.
DÜSSELDORF/FRANKFURT Nach mehr als 120 Jahren Eigenständigkeit könnte der Pharmahersteller Stada von Finanzinvestoren geschluckt werden. Der Betriebsrat ist dagegen. Nun äußert sich erstmals der Aufsichtsratsvorsitzende Carl Ferdinand Oetker zum Für und Wider eines Verkaufs des viertgrößten deutschen Arzneimittelherstellers.
Herr Oetker, wie viele Bieter gibt es für Stada?
Inzwischen gibt es vier Investoren, die ernsthafte Absichten nachgewiesen haben. Anfangs waren es drei, der Finanzinvestor Permira ist neu dazugekommen.
Dann ist mit einem Wettbieten zu rechnen?
Das müssen wir abwarten. Interessanterweise haben sich die Bieter zu zwei Blöcken zusammengeschlossen. Advent und Permira bilden die eine Gruppe, Bain und Cinven die andere.
Und bewerten Sie schon deren Angebote?
Nein, denn wir haben noch gar keine verbindlichen Angebote. Dazu ist es noch zu früh im Prozess. Aufsichtsrat
und Vorstand haben vor zwei Wochen einen strukturierten Prozess aufgestellt mit dem Ziel, alle Interessenten gleich zu behandeln. Derzeit prüfen die Investoren noch die Unterlagen.
Es soll auch einen Interessenten aus China geben: Shanghai Fosun Pharmaceutical.
Das habe ich bisher auch nur gelesen. Ob noch weitere Bieter antreten, wird sich zeigen. Es ist nie auszuschließen, dass ein strategischer Investor am Ende eines solchen Prozesses kommt und ein interessantes Angebot vorlegt. Auch bei Finanzinvestoren ist das schon vorgekommen.
Suchen Sie aktiv noch nach anderen Käufern?
Ich denke, es wurde sehr klar kommuniziert, dass wir einen offenen, transparenten Prozess zum möglichen Verkauf des Unternehmens gestartet haben. Das dürfte niemandem in der Branche und in der Finanzwelt entgangen sein.
Der Betriebsrat hat sich in einer Erklärung grundsätzlich gegen einen Verkauf ausgesprochen.
Es ist das gute Recht des Vorsitzenden des Betriebsrats, seine Meinung zu diesem Prozess zu äußern. Als Aufsichtsratsgremium werden wir gemeinsam mit dem Vorstand sicherstellen, die Angebote offen, sachlich und effizient zu beurteilen.
Die Sorge um Arbeitsplätze ist groß. Natürlich werden wir die Interessen der Mitarbeiter in unsere Entscheidung mit einbeziehen, schließlich tragen sie maßgeblich zum Erfolg der Stada bei. Ein Verkauf muss sich aber gar nicht negativ auf die Arbeitsplatzsituation auswirken. Unser Ziel ist es, die beste Lösung für alle Stakeholder zu finden. Das sind natürlich die Aktionäre, aber eben auch die Mitarbeiter.
Wird es eine Bedingung sein, dass es nicht zu einer Zerschlagung von Stada kommt?
Bisher ist kein Investor mit dieser Idee gekommen. Die Interessenten haben in den Gesprächen die Stärken unseres Unternehmens hervorgehoben und die heutige Struktur bestätigt. Stada hat sehr viel Potenzial, und das haben auch alle Investoren erkannt.
Beim Preis werden an den Märkten mehr als 60 Euro für möglich gehalten. Welchen Preis halten Sie für fair?
Zu diesem Thema kann ich mich derzeit verständlicherweise nicht äußern. Und noch steht nicht fest, ob und zu welchem Preis unsere Aktionäre die Stada überhaupt verkaufen wollen. Einem Angebot steht natürlich auch immer die Unabhängigkeit als Alternative gegenüber. Es heißt immer wieder, dass Sie grundsätzlich gegen einen Verkauf von Stada seien.
Das ist absoluter Blödsinn. Ich bin weder für einen Verkauf noch gegen einen Verkauf. Diese Entscheidung kann im Moment weder von uns noch von Aktionären getroffen werden. Wir sind allerdings für eine gründliche Analyse der Angebote, so sie uns denn einmal vorliegen. Das ist aber bislang noch nicht der Fall.
Aber dass Sie im Aufsichtsrat einen Ad-hoc-Ausschuss eingerichtet haben, der sich mit dem Vorstand im Prozess eng abstimmt, wurde als Indiz dafür gesehen.
Diese Interpretation ist falsch. Ich habe dem Aufsichtsrat vorgeschlagen, einen Ausschuss einzurichten, der den Prozess effizient und transparent begleitet. Der Ausschuss sammelt die Informationen, sondiert sie und informiert den Aufsichtsrat zusammen mit dem Vorstand zeitnah.
Ihr Ausschuss ist also keine Abwehrmaßnahme gegen einen Verkauf?
Er ist ein Ausschuss für etwas, nicht dagegen. Wir haben ihn eingerichtet, um den Vorstand schnell und effizient beraten und unterstützen zu können. So können wir auf Anfragen von Interessenten flexibel reagieren. Es ist ja grundsätzlich gut, wenn ein Unternehmen solches Interesse erweckt.
Wie ist Ihre persönliche Situation? Ist Stada Ihr Hauptjob?
Ich bin Gesellschafter der OetkerGruppe und habe darüber hinaus eine Gesellschaft, die mittelständische Beteiligungen langfristig führt und Investitionen in Start-ups tätigt. Dort nehme ich verschiedene Beiratsfunktionen wahr. Das Aufsichtsratsmandat bei König & Bauer in Würzburg habe ich inzwischen niedergelegt, weil ich mich auf die Aufgabe als Aufsichtsratsvorsitzender von Stada konzentrieren möchte.
Wie lang möchten Sie denn Aufsichtsratsvorsitzender von Stada bleiben? Vermutlich endet doch Ihre Aufgabe, wenn es zu einem Verkauf kommt... Zunächst bin ich bis 2018 gewählt. Um meine persönliche Situation mache ich mir gerade überhaupt keine Gedanken, ich habe wirklich Wichtigeres zu tun. Es geht hier um Stada, die Aktionäre, die mehr als 10 000 Mitarbeiter und darum, das Potenzial des Unternehmens weiter zu entwickeln.
Und was ist mit dem Gerücht, dass Sie selbst Vorstand von Stada werden möchten?
Ich bin immer wieder erstaunt, welche Ambitionen mir nachgesagt werden. Aber da ist nun wirklich nichts dran.
Wie lange wird der Bieterprozess dauern?
Mein Eindruck ist, dass es zügig vorangeht, und das ist auch gut so. Denn
die Situation, die wir jetzt haben, bindet erhebliche Ressourcen und bedeutet eine große Doppelbelastung für einige Mitarbeiter.
Muss man sich also Sorgen um Stada machen?
Wir alle sind daran interessiert, diesen Prozess professionell und gründlich durchzuführen. Die Aktionäre begrüßen das sehr. Sie unterstützen uns, und wir schätzen den Austausch mit ihnen sehr. Es ist hilfreich, wenn kein Störfeuer kommt.
Allerdings zählt zu Ihren Aktionären auch der gefürchtete Guy Wyser-Prat-te .
Es gibt Aktionäre, die gerne über die Medien sprechen und nicht direkt mit uns. Aber auch darauf sind wir eingestellt.
Wann rechnen Sie mit einem Ergebnis? Zum Zeitplan möchte ich mich derzeit nicht äußern. Aber es geht uns um einen effizienten Prozess. Wir suchen den besten Deal, nicht den schnellsten. Da sind wir uns mit dem Vorstand einig. Dabei wird es letztlich auch davon abhängen, wie lange die Interessenten für ihre Analysen brauchen. Aber ich habe nicht den Eindruck, dass dies ewig dauern wird.
Herr Oetker, vielen Dank für das Interview.


Rubrik: Hersteller
Quelle: Handelsblatt
Web: http://www.handelsblatt.com/my/unternehmen/industrie/carl-ferdinand-oetker-ich-bin-weder-fuer-noch-gegen-einen-verkauf/19494202.html?ticket=ST-395935-4qKcpvERY3k1YVhnYoWC-ap4


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