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Branchennews

Nachfolgend haben wir die letzten Meldungen aus dem Pharma-Bereich für Sie zusammengefasst

Neue Geräte für Praxen und Apotheken in der TI

Datum: 20.09.2019

Neue Geräte für Praxen und Apotheken in der TI NEU-ISENBURG. Cherry, bislang Anbieter von Tastaturen mit integriertem Kartenleser für die elektronische Gesundheitskarte, hat jetzt ein neues Kartenterminal entwickelt, das auch geeignet ist, die eGK einzulesen. Das Cherry ST-2100 sei eine clevere Alternative, wenn kein zugelassenes eGK-Terminal im Rahmen der Telematikinfrastruktur (TI) benötigt wird, heißt es in einer Unternehmensmitteilung. Da es sich beim ST-2100 um einen Kartenleser der Klasse 2 handele, sei neben der Verarbeitung sensibler Patientendaten auch der Einsatz fürs Homebanking und im Zahlungsverkehr möglich: Über die integrierte Tastatur könne die PIN direkt eingegeben werden. Dabei sei die Kommunikation mit dem PC gesperrt. Somit sei das Ausspähen der PIN durch Keylogger oder Trojaner praktisch unmöglich. Derweil kommen auch zunehmend Tools für den TI-Anschluss der Apotheken auf den Markt. Zuletzt hat medisign gemeldet, dass das Unternehmen ab sofort SMC-B für Apotheken ausgeben werde. Medisign ist auch Hersteller von SMC-B für Praxen,


Rubrik: Allgemeines
Quelle: Ärztezeitung
Web: https://www.aerztezeitung.de/praxis_wirtschaft/digitalisierung_it/article/996497/digitalisierung-neue-geraetepraxen-apotheken-ti.html


MVDA emanzipiert sich von Phoenix

Datum: 18.09.2019

MVDA emanzipiert sich von Phoenix Berlin - Beim Marketing Verein Deutscher Apotheker (MVDA) stehen die Zeichen auf Umbruch. Die exklusive Partnerschaft mit Phoenix ist Geschichte, ab Anfang 2020 können die Mitglieder das Kernsortiment auch bei AEP bestellen. Die Kooperation will sich aus der Abhängigkeit von ihres langjährigen Logistikpartners befreien. Drohgebärde oder Beginn eines Rosenkriegs? MVDA und Phoenix sind seit der Gründung eng miteinander verbandelt, doch in den vergangenen Jahren haben sich die Interessen zunehmend in unterschiedliche Richtungen entwickelt. Während man in Mannheim an einem europaweiten Kooperationsnetzwerk (Phoenix Pharmacy Partnership) arbeitet, fühlt man sich in Köln dem Leitspruch „Von Apothekern für Apotheker“ verpflichtet. Um den Konflikt aufzulösen, wurden zahlreiche Ideen entwickelt: Von grünen und blauen Linda-Apotheken war die Rede, zuletzt soll über eine 10-prozentige Beteiligung von Phoenix an Linda verhandelt worden sein. Doch statt aufeinander zu bewegte man sich immer weiter voneinander weg. Um „Deine Apotheke“ zu etablieren, öffnete Phoenix die Partnerschaft mit Payback für alle Kunden. Parallel wurde mit Livplus Ansätze für ein neues eigenes Kooperationskonzept entwickelt. Zuletzt hatte es im Frühjahr gekracht, weil der Großhändler seine Konditionen im Zusammenhang mit „Leistung für Leistung“ (LfL) vor dem Hintergrund schlechter Umsetzungsquoten kürzte. Der MVDA sucht nun den Befreiungsschlag. Man habe sich entschieden, die „Kontrolle über den pharmazeutischen Anspruch“ zurückzugewinnen, heißt es offiziell. „Change“ nennt sich das Programm, das Antworten auf aktuelle Herausforderungen liefern soll. „Wir wollen möglichst vielen Kollegen den Zugang zu unseren Angeboten verschaffen, damit wir den Markt für die Zukunft selbst gestalten können“, sagt MVDA-Präsidentin Gabriela Hame-Fischer. Um als eigene Kraft ohne festen Partner im Rücken im sich rapide verändernden Markt bestehen zu können, braucht es Größe, weiß auch Volker Karg, Vorstand von Linda. Bislang habe man Zugang zur Hälfte des Marktes gehabt, sei aber immer von der Geschäftsbeziehung des einzelnen Mitglieds zu Phoenix abhängig gewesen. Nun nehmen man alle deutschen Apotheken in den Blick, um „die Entwicklung der Kooperationsgemeinschaft eigenständig steuern zu können“. Mit AEP als Alternative für den Einkauf könnten alleine hunderte Apotheken zurückgewonnen werden, die ihre Mitgliedschaft nach dem Wechsel des Großhandels ruhend gestellt oder gar gekündigt hätten. Im nächsten Schritt sollen mit einem speziellen Einstiegsangebot auch neue Mitglieder gewonnen werden – für den MVDA, vor allem aber auch für die Dachmarke Linda. Wie andere Kooperationen hat auch der MVDA mit Bedeutungs- und Mitgliederverlust zu kämpfen. Auch wenn der MVDA mit rund 3000 Mitgliedern, jedes dritte davon bei Linda, die Nummer 1 unter den großhandelsunabhängigen Kooperationen ist: Der Weg in die „Selbstständigkeit“ wird alles andere als ein Spaziergang werden. Zuletzt hatte der MVDA 2003 mit Lieferanten gesprochen, seitdem bestimmte die Einkaufsabteilung von Phoenix, wer als Industriepartner dabei ist und wer nicht. In Zukunft will der Verbund die Verhandlungen mit der Industrie wieder in die eigene Hand nehmen, das Kartellamt hat dem Vernehmen nach bereits zugestimmt. Karg stellt den bestehenden und künftigen Mitgliedern nicht weniger als „Maximalkonditionen“ in Aussicht – und zwar unabhängig davon, bei welchem der beiden Logistikpartner sie das vereinbarte Kernsortiment in Zukunft beziehen. An diesem Versprechen wird sich der MVDA schon bald messen lassen müssen: Schon in der Vergangenheit war der Malus ein Nachteil der MVDA-Mitglieder, da das Kernsortiments nicht auf den Handelsspannenausgleich angerechnet wurde. Dass andere Großhändler, die sich den Konditionen unterwerfen, mitmachen können, ist laut Karg derzeit nicht vorgesehen. So könnte die Tatsache, dass zunächst „nur“ AEP an Bord ist, auch als Warnsignal an Phoenix zu verstehen sein. „Sehr professionell“ habe man in Mannheim auf die Ankündigung der Neuausrichtung reagiert, sagt Karg. Andererseits wird der 80-köpfige Phoenix-Außendienst nicht abwarten, dass es zu einer größeren Abwanderung von Kunden kommt. Immerhin macht der Konzern rund die Hälfte seines Umsatzes hierzulande mit den 3000 MVDAApotheken. Hame-Fischer hofft, dass der MVDA mit einer besseren Umsetzungsquote die Industrie überzeugen kann. „Wir wollen den pharmazeutischen Anspruch und die kaufmännischen Aspekte in Balance bringen“, sagt sie. Reine Zuteilung funktioniere nicht: „Nur wenn die Kollegen hinter unseren Aktionen stehen, werden sie auch mitmachen. Und das wiederum wird der Industrie gefallen.“ Zum All-inclusive-Paket, das Konzern dem Partner verpasst hat, gehören zahlreiche Bausteine wie die Diabetes-Initiative, auf die der MVDA im Zweifelsfall verzichten muss. Soweit ist es aber noch lange nicht: HameFischer und Karg gehen davon aus, dass man den Weg auch in Zukunft gemeinsam gehen wird – nur eben unter neuen Vorzeichen. „Wir werden offen darüber sprechen, wo es gemeinsame Nenner gibt, und entsprechende Projekte gemeinsam umsetzen. Mit anderen Partnern wird es dann andere Initiativen geben“, so Karg. Exemplarisch nennt er ein geplantes Projekt für Kontingentartikel mit AEP. Aus seiner Sicht ist die Neuausrichtung die logische Konsequenz der aktuellen Marktentwicklung: „Der MVDA braucht neue strategische Partner. Wir müssen weg von der Lagerbildung im Apothekenmarkt und hin zu neuen, übergreifenden Partnerschaften“, sagt Karg. Ohne Flächendeckung und Reichweite hätten die Apotheken neuen Kräfte, die in den Markt drängten, nichts entgegenzusetzen. „Wir müssen unsere Kräfte bündeln und alle unsere Partner in einem Netzwerk zusammenbringen.“ Die aktuelle Marktentwicklung sei gekennzeichnet durch das Entstehen von digitalen Plattformen und damit verbunden dem Versuch, an der Apotheke vorbei auf deren größtes Kapital zuzugreifen: den Endkunden. Zudem steige die Unsicherheit der Apotheker, beim eRezept im Wettbewerb mit dem Versandhandel spürbar Verluste hinnehmen zu müssen. „Das ist eine Situation, die viele Anbieter im Markt versuchen auszunutzen, um Apotheken zu Abschlüssen zu überreden, die die Abhängigkeit mancher inhabergeführten Apotheke zum Teil deutlich erhöht.“ Hame-Fischer pflichtet bei: „ Wenn die inhabergeführten Apotheken auch zukünftig unabhängig sein, selber gestalten und nicht gestaltet werden wollen, dann ist jetzt der richtige Moment, um sich zu verändern. Und genau das machen wir.“ Ein einstimmiges Votum der vereinsführenden Apothekergremien sei Grundlage der strategischen Neuausrichtung. Zur Stunde informieren die Mentoren die Mitglieder. Ab Mitte Oktober soll auf 20 Mitgliederversammlungen in ganz Deutschland über die Neuausrichtung informiert werden.


Rubrik: Allgemeines
Quelle: apotheke adhoc
Web: https://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/detail/apothekenpraxis/mvda-emanzipiert-sich-von-phoenix-apothekenkooperation/


Factoring-Kooperation: Noventi finanziert Einkäufe bei Gehe

Datum: 17.09.2019

Factoring-Kooperation: Noventi finanziert Einkäufe bei Gehe Wie vergangenen Freitag bekannt wurde, kooperieren Noventi und Gehe ab sofort im Rahmen eines neuen Modells. Noventi finanziert dabei für die Apotheke Wareneinkäufe bei Gehe. Dieses sogenannte Factoring soll nach Aussage der beiden Unternehmen der finanziellen Stärkung der Apotheke dienen. Noventi und Gehe intensivieren in ihre Zusammenarbeit. Das gaben die beiden Unternehmen am vergangenen Freitag bekannt. Neben dem Aufbau einer digitalen Branchenlösung im Rahmen der Initiative pro AvO kooperieren sie nun auch beim sogenannten Factoring, also dem Verkauf von Forderungen, in diesem Fall aus Warenlieferungen. Das Modell heißt FactoringPlus und soll die Apotheke vor Ort finanziell stärken. Das Prinzip ziele zunächst auf die Einkaufsfinanzierung, heißt es. Konkret bedeutet das Folgendes: Die Apotheke platziert die Sammelrechnung von Gehe bei Noventi. Noventi übernimmt kurzfristig die Bezahlung. Soll auf der Expopharm vorgestellt werden Noventi und Gehe koordinieren dabei für die Apotheke alle notwendigen Prozesse. Noventi hat dazu durch den Bereich „Kundenmanagement Finance & Sonderprojekte“ ein System von Dienstleistungen und Beratung für alle beteiligten Partner entwickelt. Dazu Dietmar Becker, Mitglied der Geschäftsleitung Noventi HealthCare: „Nutznießer unserer Kooperation mit Gehe sind unsere gemeinsamen Kunden – die Apotheken. Denn für sie ergibt sich ein neuer Spielraum für längerfristige Liquidität, zum Beispiel für Investitionen und Projekte.“ Holger Landauer, Geschäftsführer Finanzen & IT bei Gehe, dazu: „Durch das neue Modell der Einkaufsfinanzierung können wir unseren gemeinsamen Kunden nicht nur ein auf seine Liquiditäts-Projekte hin abgestimmtes Zahlungsziel ermöglichen, sondern auch eine Finanzierungslösung, die mit bestehenden Abrechnungs- und Einkaufsprozessen in der Apotheke verzahnt ist.“ Noventi und Gehe wollen das Konzept auf der diesjährigen Expopharm in Düsseldorf vorstellen.


Rubrik: Allgemeines
Quelle: Deutsche Apotheker Zeitung
Web: https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2019/09/17-09-2019/factoring-kooperation-noventifinanziert-einkaeufe-bei-gehe


Das AMNOG wirkt

Datum: 17.09.2019

Das AMNOG wirkt Die Einsparungen für das Gesundheitswesen durch die frühe Nutzenbewertung von Arzneimitteln steigen von Jahr zu Jahr kontinuierlich an. Bei Onkologika, Antidiabetika, Gerinnungshemmern und Medikamenten zur Behandlung von Patienten mit Multipler Sklerose (MS) zeigen sich die Effekte besonders deutlich. Das belegt eine aktuelle Auswertung des Informationsdienstleisters IQVIA. Der Auswertung zufolge steigen die durch Erstattungsbeträge generierten Einsparungen pro Jahr im zweistelligen Prozentbereich. 2013 hatte die Summe noch bei 144 Millionen Euro gelegen, im Jahr 2016 waren es bereits rund 1,15 Milliarden Euro. Mit etwa 2,3 Milliarden Euro verdoppelte sich dieser Betrag sogar zum Jahr 2018. Der Trend setzt sich offenbar fort: Im ersten Halbjahr 2019 sparten die Kassen knapp 1,5 Milliarden Euro und damit schon fast so viel wie im Gesamtjahr 2017 (1,57 Milliarden Euro). Im Jahr 2018 zeichneten laut IQVIA fünf Arzneigruppen für 60 Prozent der Kostenreduktion verantwortlich: Auf Platz eins rangieren demnach die antineoplastischen Proteinkinasehemmer (386 Millionen Euro), gefolgt von Medikamenten zur Behandlung von MS-Patienten (332 Millionen Euro). Platz drei belegen die DDP-IV-Inhibitoren aus der Klasse der Antidiabetika (251 Millionen Euro). Die Top fünf komplettieren monoklonale Antikörper (228 Millionen Euro) und direkte Faktor-Xa-Hemmer (180 Millionen Euro). Zwischen August 2018 und Juli 2019 zählten lediglich 3 Prozent der an gesetzlich Versicherte abgegebenen Packungen zu den sogenannten AMNOG-Präparaten. Diese machten jedoch mehr als ein Fünftel des gesamten Umsatzes aus (22 Prozent). Der Anteil von Biopharmazeutika an der Gesamtzahl der Arzneimittelpackungen, die eine frühe Nutzenbewertung nach dem Arzneimittelmarkt-Neuordnungsgesetz (AMNOG) durchlaufen hatten, lag im selben Zeitraum bei rund 9 Prozent. Knapp 28 Prozent des Umsatzes mit AMNOG-Präparaten entfielen auf diese Substanzklasse.


Rubrik: Allgemeines
Quelle: Pharmazeutische Zeitung
Web: https://www.pharmazeutische-zeitung.de/das-amnog-wirkt/


Zeitungsbericht: Versand-Chaos bei der Shop-Apotheke

Datum: 16.09.2019

Zeitungsbericht: Versand-Chaos bei der Shop-Apotheke Die „Nordwest Zeitung“ berichtet in ihrer Online-Ausgabe derzeit über einen Kunden der Shop Apotheke, der eigenen Angaben zufolge gleich mehrfach falsch beliefert wurde. Dem Bericht zufolge soll der Mann ein Rezept über Blutdrucksenker und Gerinnungshemmer in die Niederlande geschickt haben, er bekam Lamotrigin. Und auch der Versuch des EU-Versenders, den Fehler zu korrigieren, soll komplett misslungen sein. Die Shop Apotheke räumt Fehler ein, steht mit dem Kunden in Kontakt und will nun insbesondere die eigenen Kommunikationsprozesse hinterfragen. Der „Nordwest Zeitung“ zufolge geht es um einen männlichen Kunden aus der niedersächsischen Stadt Bad Zwischenahn. Der Mann soll demnach schon länger bei dem EU-Versender bestellen. Dem Artikel zufolge soll er statt zweier Arzneimittel zur Gerinnungshemmung und zur Blutdrucksenkung das Antiepileptikum Lamotrigin erhalten haben. Doch damit nicht genug: Das Arzneimittel soll laut Lieferschein auch gar nicht an ihn adressiert gewesen sein, vielmehr für einen Patienten, der in Ingolstadt lebt. Der Patient aus Bad Zwischenahn ist demnach selbst Arzt und erkannte den Fehler vor der Einnahme der Medikamente. „Ein anderer Kunde hätte das vielleicht nicht bemerkt und die Medikamente genommen“, wird er in dem Bericht zitiert. Aber auch der Korrekturversuch der Shop Apotheke soll laut dem Zeitungsbericht fehlerhaft gewesen sein. „Bei der Nachlieferung der eigentlich bestellten Medikamente hieß es, das Originalpräparat sei nicht lieferbar, ich würde stattdessen einen Ersatz bekommen“, berichtet der Patient. Doch dann soll er plötzlich zwei Pakete aus den Niederlanden erhalten haben, einmal das angeblich defekte verordnete Präparat und einmal das Ersatzarzneimittel. Und: Für beide Pakete buchte der Versender laut „Nordwest Zeitung“ Geld vom Konto des Kunden ab. „Ich hatte aber nur ein Rezept, konnte das Medikament also nur einmal mit meiner Krankenversicherung abrechnen“, sagt er in dem Bericht. Der Vorgang soll inzwischen ein Jahr zurückliegen – doch die Shop Apotheke soll weder das überflüssige Präparat zurückgenommen noch das zu viel gezahlte Geld zurücküberwiesen haben. Deswegen habe sich der Betroffene zunächst an die Apothekerkammer gewendet, doch die verwies darauf, dass man auf niederländische Versender keinen Zugriff hat. Das Thema Online-Apotheken sei für ihn nun „erledigt“, er wolle jetzt nur noch in Vor-Ort-Apotheken gehen, wird er zitiert. Was sagt die Shop Apotheke zu dem Vorfall? DAZ.online hat bei der Shop Apotheke nachgefragt, wie sich der Fall aus Sicht des Versenders zugetragen hat. Dort gibt man zwar Fehler zu, allerdings könne man aus datenschutzrechtlichen Gründen keine Details zum Fall bekanntgeben. Wörtlich erklärte ein Konzernsprecher: „Wir bedauern sehr, dass es im Rahmen der Bestellung des Kunden zu Fehlern gekommen ist. Unsere verantwortliche Apothekerin Theresa Holler steht zwischenzeitlich im persönlichen Kontakt mit Herrn S., um sich unter anderem für die fehlerhafte Lieferung und Abwicklung zu entschuldigen. Herr S. hat dieses akzeptiert und beide haben nun ein gemeinsames Verständnis von dem Vorfall und konnten die ungenügende Kommunikation seitens der Shop Apotheke aus der Welt räumen. Aus Gründen der Apotheken-Schweigepflicht darf Shop Apotheke Europe den Verlauf des Vorgangs, über den NWZ.online berichtet, öffentlich nicht im Detail nachzeichnen.“ Der Sprecher fügte hinzu, dass auch Arzneimittel-Versandhändler „strengen“ gesetzlichen Anforderungen unterlägen. Aus dem Vorfall habe man unter anderem den Schluss gezogen, dass die Kommunikationsprozesse überprüft werden. Der Sprecher wörtlich: „Für alle Bestellungen wenden wir sehr hohe Sicherheitsstandards an. Zudem unterliegen wir, wie Sie wissen, als Online-Apotheke, wie alle anderen Apotheken auch, strengen gesetzlichen Anforderungen. Diese bilden wir in unseren Prozessen ab. Alle rezeptpflichtigen Bestellungen werden in einem strengen Kontrollsystem mehrfach durch unsere pharmazeutischen Teams und unsere Apotheker geprüft, bevor sie verschickt werden. Dies führt dazu, dass wir bei der Abwicklung insbesondere von rezeptpflichtigen Bestellungen eine sehr geringe Fehlerquote verzeichnen. Dennoch können – wie überall, wo Menschen arbeiten – Fehler passieren. Wir haben direkt nach dem Vorfall, bereits vor einem Jahr, sofort mit internen Analysen und Verbesserungsmaßnahmen reagiert. Wir können Ihnen versichern, dass die Erkenntnisse aus der Analyse in die weitere Optimierung unserer Prozesse eingeflossen sind. Ebenso haben wir aktuell unsere Kommunikationsprozesse noch einmal kritisch unter die Lupe genommen.“


Rubrik: Allgemeines
Quelle: Deutsche Apotheker Zeitung
Web: https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2019/09/16-09-2019/zeitungsbericht-versand-chaosbei-der-shop-apotheke


Ein Kampf um jede Stunde

Datum: 16.09.2019

Ein Kampf um jede Stunde An einer Sepsis sterben jedes Jahr zehntausende Menschen. Fachleute kritisieren, dass es in Deutschland noch keine nationale Strategie gibt, um mehr Menschen retten zu ­können. Es geht sofort um alles oder nichts, wenn bei einer Sepsis Bakterien über die Blutbahn eines Menschen ihren rasend schnellen Vernichtungszug von Organ zu Organ beginnen. Eine einzige Stunde kann dann über Leben und Tod entscheiden, im Stundentakt erhöht sich die Sterblichkeit, wenn nicht damit begonnen wird, mit einem – am besten erregerspezifischen – Antibiotikum die tödlichen Keime zu bekämpfen. Zeit ist das, was ein Sepsis-Patient am allerwenigsten hat. Diese Erkenntnis hat den Intensivmediziner Matthias Gründling, der am Universitätsklinikum Greifswald das Projekt „Sepsisdialog“ leitet, vor drei Jahren dazu bewogen, für seine Sepsis-Patienten Zeit zu kaufen. Er schaltete einfach bei der Diagnose einige Faktoren aus, die Zeit kosten, zum Beispiel lange Transportwege für Blutkulturen zum Labor. Und die Öffnungszeiten der Labore. Denn wird im Labor in einer Blutkultur eine Infektion nachgewiesen, piepen die Geräte zwar sofort. Doch was, wenn es nachts um 23 Uhr piept? Oder am Wochenende? An Weihnachten? Dann können Stunden vergehen, bis überhaupt mit der Suche nach dem Erreger begonnen wird. Stunden, die kein Sepsis-Patient erübrigen kann. Der erhält zwar im besten Falle schon ein Breitband-Antibiotikum – das aber nicht unbedingt wirkt. Je spezifischer das Antibiotikum, umso besser sind die Überlebenschancen des Patienten. Und umso eher beugt man auch Resistenzen gegen Antibiotika vor. Denn der Kampf gegen Resistenzen ist eine Herausforderung für die ganze Welt: Vielversprechende neue Antibiotika sind kaum in Sicht, zahlreiche Pharma-Unternehmen haben, wie aus einem Bericht des NDR vom Donnerstag hervorgeht, inzwischen die wenig lukrative Forschung nach neuen Antibiotika eingestellt. Spezielle „Handy-Alarmbereitschaft“ für Ärzte In Greifswald wurde der Schrank mit den Blutkulturen auf die Intensivstation gestellt. Fingen die Geräte an zu piepen, bekamen das Ärzte und Pfleger mit – 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche. Sie konnten dann sofort einen Schnelltest für den Erregernachweis beginnen. Der Erreger steht nach ein bis zwei Stunden fest. Dann dauert es noch einmal etwa sechs Stunden, bis das „Antibiogramm“ bestimmt ist, also das spezifische Antibiotikum, das genau diese Bakterien töten kann. Je eher mit der Diagnostik begonnen wird, umso eher bleibt der Patient am Leben. Durch die 24-Stunden-Alarmbereitschaft in Greifswald, die Teil einer Studie war, stand das passgenaue Antibiotikum meist einen Tag schneller fest, als es sonst in deutschen Krankenhäusern der Fall ist. Inzwischen steht der Schrank mit den Blutkulturen wieder im Zentrallabor. In Kürze wird es im Greifswalder Uniklinikum einen 24-Stunden-Bereitschaftsdienst geben: Wenn es piept, wird sofort über ein Signal auf dem Handy ein Arzt benachrichtigt. Die Techniker-Krankenkasse fördert den Alarmdienst finanziell, als Teil eines Projekts im Rahmen eines „ExzellenzZentrums für Patientensicherheit“. Wenn auch diese „Handy-Alarmbereitschaft“ in der Diagnostik Zeit spart, soll es in Greifswald in die klinische Routine überführt werden. „Wir wären dann das erste Krankenhaus in Deutschland mit einer so schnellen Blutkultur-Diagnostik“, sagt Matthias Gründling. Die Diagnostik so nah wie möglich an den Patienten zu bringen, ist ein wesentlicher Pfeiler des Greifswalder „Sepsisdialogs“, eines umfassenden Konzepts im Kampf gegen die tödliche Krankheit. Eine Sepsis, an der jedes Jahr in Deutschland etwa 70.000 bis 90.000 Menschen sterben, kann jeden – aus dem Nichts – treffen: Babys, Kinder, Erwachsene, arme und reiche, schwerkranke und völlig gesunde Menschen. Manchmal genügt ein Insektenstich oder eine kleine Schnittwunde beim Zwiebelschneiden, um eine tödliche Infektion in Gang zu setzen. Manchmal ist ein Harnwegsinfekt, eine Grippe oder eine an sich harmlose Blinddarmoperation das Einfallstor für Bakterien. Und zwar nicht nur für „Killer-Keime“, sondern für diejenigen, die uns ständig in Hülle und Fülle, meist in friedlicher Koexistenz, umgeben – wie den Hautkeim staphylococcus aureus. Um die Früherkennung und die Behandlung der Sepsis-Patienten weiter zu verbessern, gibt es im Greifswalder Projekt zudem die erste und bislang wohl einzige „Sepsis-Schwester“ Deutschlands: Intensivkrankenschwester Manuela Gerber kümmert sich seit zehn Jahren darum, retrospektiv alle Sepsisfälle zu erfassen, um anhand der Daten die Qualität der Behandlung zu erfassen: Wie schnell wurde die Sepsis erkannt? Wurde eine Blutkultur angelegt? Wann wurde welches Antibiotikum gegeben? Zudem organisiert die SepsisSchwester die Weiterbildung. Denn unter Ärzten und Pflegekräften gebe es „zum Teil große Wissensdefizite“, sagt Matthias Gründling. Das Team klärt deshalb seit Jahren alle Stationen darüber auf, welche Symptome bei den Patienten auf eine Sepsis deuten könnten: Verwirrtheit, Fieber oder Untertemperatur, eine erhöhte Atem- und Herzfrequenz sowie eine Erhöhung der weißen Blutkörperchen. Eigens entworfene „Kitteltaschenkarten“ sollen das Wissen stets verfügbar halten. Doch auch die Angehörigen der Patienten müssen für die SepsisSymptome sensibilisiert werden, die so unspezifisch wie tückisch sind: Betritt man die Uniklinik in Greifswald, kommt man an den großflächigen Postern, auf der die Symptome aufgelistet werden, nicht vorbei. In großen Buchstaben steht dort die Frage, die der Besucher sich stellen sollte, der vielleicht seinen gestern noch gut aufgelegten Vater, der wegen einer unspektakulären Knie-OP im Krankenhaus ist, plötzlich fiebrig und verwirrt vorfindet: „Könnte es eine Sepsis sein?“ Denn ein Bewusstsein für die Gefährlichkeit der Krankheit ist in der Bevölkerung kaum ausgeprägt. Wie sollte es auch: Blickt man auf die Internetseite der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, erfährt man dort vieles über Kopfläuse und Syphilis – und nichts über Sepsis. Dabei nehmen rund 80 Prozent der Sepsisfälle außerhalb der Krankenhäuser ihren Ursprung. Jedes Jahr erkranken in Deutschland rund 200.000 bis 300.000 Menschen daran. Andere Länder weisen eine geringere Sepsis-Sterberate vor Seitdem in Greifswald Gründling und sein Team das Qualitätsmanagement des „Sepsisdialogs“ eingeführt haben, konnten nach den Angaben rund 500 Menschen gerettet werden. Die Sepsis-Sterblichkeit sank im Greifswalder Krankenhaus auf 35 Prozent. Sie liegt damit deutlich unter dem Bundesdurchschnitt von rund 42 Prozent – was nach Einschätzung von Experten viel zu hoch ist. Anlässlich des Welt-Sepsis-Tags am Freitag und des ersten Welttags der Patientensicherheit am Dienstag verweist die Sepsis-Stiftung abermals auf Länder, in denen weit weniger Menschen im Krankenhaus an einer Sepsis sterben: auf Australien mit einer Sterblichkeitsrate von 18 Prozent, die Vereinigten Staaten mit 24 Prozent oder Großbritannien mit 32 Prozent. Was machen diese Länder anders? „Sie haben einen nationalen SepsisPlan, der verpflichtende Qualitätsstandards vorschreibt“, sagt Konrad Reinhart, Vorsitzender der am Universitätsklinikum Jena angesiedelten Sepsis-Stiftung. Diese nationale Strategie, die Vorbeugung durch Impfungen, Hygienevorkehrungen sowie eine flächendeckende Früherkennung umfasst, fordert die Weltgesundheitsorganisation (WHO) seit 2017. Denn laut WHO kann die Mehrheit der jährlich fünf Millionen Sepsis-Todesfälle auf der Welt vermieden werden – in Deutschland sind nach Schätzungen 20.000 Todesfälle jedes Jahr vermeidbar. Von den Kosten ganz abgesehen: Nach Angaben der SepsisStiftung verursacht die Behandlung der Krankheit jedes Jahr etwa Kosten in Höhe von neun Milliarden Euro. Doch bislang gibt es in Deutschland immer noch keine nationale Strategie zur Bekämpfung der Krankheit. „Eigentlich hatten die Gesundheitsminister die Entwicklung eines solchen Konzepts 2018 verlangt. Aber nichts ist passiert bislang“, kritisiert Konrad Reinhart. Schuld daran sei ein „Kompetenzgerangel zwischen Bund und Ländern“. Erschwert wird die Etablierung von nationalen Standards seiner Meinung nach zudem durch eine deutsche Besonderheit: den Unwillen einer zu oft „in Statusdenken verharrenden Ärzteschaft“, sich Qualitätsleitlinien zu unterwerfen, die national und international gelten. „Die primäre Verantwortung für Patientensicherheit und Qualitätssicherung liegt in Deutschland bei den Ärzten und Krankenhäusern. Doch wie diese Verantwortung in der Praxis aussieht, wird, von Ausnahmen abgesehen, völlig unzureichend überprüft“, sagt Reinhart. Es sei ungefähr so, als überließe man die Flugsicherheit nur den Piloten und Fluggesellschaften. Allein die viel zu hohe Zahl der Sepsis-Toten sei ein Beweis für die Missstände. „Es ist grotesk, wenn Politiker und Ärztefunktionäre immer davon reden, Deutschland hätte das beste Gesundheitssystem der Welt.“ Begonnen werden muss nach seiner Einschätzung so schnell wie möglich mit einer systematischen Aufklärung: „Vom Rettungsassistenten über den Chefarzt bis zum Pfleger muss jeder über die Symptome Bescheid wissen, damit ein potentieller Sepsis-Patient als das behandelt wird, was er ist: ein Notfall. Das sollte auch jeder Bürger wissen.“ Hier sieht Reinhart vor allem die Bundeszentrale für gesundheitliche Bildung mit ihrem millionenschweren Budget in der Pflicht. Andere Länder machten es mit ihren nationalen Konzepten erfolgreich vor, wie man die heimtückische Krankheit am besten bekämpfen sollte. Nicht nur Industrienationen. „Selbst der Sudan hat eine umfassende Strategie entwickelt. Die haben uns einiges voraus.“


Rubrik: Allgemeines
Quelle: Frankfurter Allgemeine
Web: https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/gesundheit/toedliche-infektion-ein-kampf-um-jede-stunde-16385756.html


FLT3-Inhibitor überzeugt EMA-Experten

Datum: 20.09.2019

FLT3-Inhibitor überzeugt EMA-Experten Für Patienten mit rezidivierender oder refraktärer akuter myeloischer Leukämie (AML) könnte es demnächst eine neue Therapieoption in der EU geben. Der Ausschuss für Humanarzneimittel der europäischen Arzneimittelbehörde EMA hat heute empfohlen, den Kinasehemmer Gilteritinib (Xospata®, Astellas Pharma) zuzulassen. Voraussetzung für die Anwendung ist, dass bei dem Betroffenen eine FLT3-Mutation vorliegt. Bei vielen AML-Patienten kann eine Mutation im FLT3-Gen nachgewiesen werden und dies ist dann häufig mit einer besonders aggressiven Form der Erkrankung verbunden. Gilteritinib hemmt den FLT3-Rezeptor-abhängigen Signalweg und führt letztlich dazu, dass Leukämiezellen in die Apoptose getrieben werden. Ganz neu ist der Wirkmechanismus allerdings nicht. Mit Midostaurin (Rydapt®, Novartis) kam bereits 2017 ein FLT3-Inhibitor auf den Markt, der unter anderem bei AML zum Einsatz kommen darf. Xospata wird wie Rydapt oral verabreicht und steht als 40-mg-Filmtablette zur Verfügung. Als häufigste Nebenwirkungen des neuen Arzneimittels nennt die EMA unter anderem erhöhte Leberenzymwerte, Durchfall und Übelkeit sowie Fatigue, Dyspnoe, Muskelschmerzen und Hypotonie.


Rubrik: Forschung und Entwicklung
Quelle: Pharmazeutische Zeitung
Web: https://www.pharmazeutische-zeitung.de/flt3-inhibitor-ueberzeugt-ema-experten/


Astra-Zeneca schließt Produktion

Datum: 20.09.2019

Astra-Zeneca schließt Produktion Ende 2021 ist Schluss: Der Pharma-Riese Astra-Zeneca will seine Produktion in Wedel einstellen. Dies bedeutet einen massiven Stellenabbau, 175 der 450 Mitarbeiter am Deutschlandsitz des Konzerns sind betroffen. Wedel Der Pharmakonzern Astra-Zeneca will Ende 2021 seine Produktion am Deutschlandsitz in Wedel (Kreis Pinneberg) einstellen. Davon betroffen seien 175 Mitarbeiter, berichtet das Wedel-Schulauer Tageblatt. Grund für die Schließung seien Rückgänge bei Tablettenverpackungen nach Produktverkäufen und eine zunehmende Konzentration auf Spezialpräparate mit kleineren Volumen. Der Umsatz in Deutschland habe im Jahr 2017 etwa 490 Millionen Euro betragen. Die Astra-Zeneca GmbH ist Teil des britisch-schwedischen Pharmakonzerns Astra-Zeneca PLC mit Hauptsitz in Cambridge. Aktuell beschäftigt Astra-Zeneca dem Bericht zufolge 450 Beschäftigte in Wedel, mit Außendienstlern zähle das Unternehmen 800 Mitarbeiter.


Rubrik: Hersteller
Quelle: Kieler Nachrichten
Web: https://www.kn-online.de/Nachrichten/Wirtschaft/Wedel-im-Kreis-Pinneberg-Astra-Zeneca-schliesst-Produktion


Bundesländer empfehlen der Bundesregierung das Rx-Versandverbot

Datum: 20.09.2019

Bundesländer empfehlen der Bundesregierung das Rx-Versandverbot Der Bundesrat hat sich am heutigen Freitag in einem ersten Durchgang mit dem Apotheken-Stärkungsgesetz beschäftigt. Die Länderkammer hat mit knapper Mehrheit eine Stellungnahme beschlossen, in der die Länder der Bundesregierung Änderungen an dem Gesetz empfehlen. Eine der Forderungen der Länder: das Rx-Versandverbot. Das Plenum des Bundesrates folgt damit der Kritik des Gesundheitsausschusses, der das von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) geplante Rx-BoniVerbot im Bundestag abgelehnt hatte. Der Bundesrat empfiehlt der Bundesregierung, mit dem ApothekenStärkungsgesetz das Rx-Versandverbot zu beschließen. Das Plenum der Länderkammer hat soeben mit knapper Mehrheit (genaue Stimmenzahl wurde nicht bekanntgegeben) eine Stellungnahme zu der Reform beschlossen, die die Bundesregierung Mitte Juli im Kabinett durchgewinkt hatte. Konkret fordern die Länder eine kleine Neuregelung im Paragrafen 43 des AMG. Darin heißt es zurzeit: „Arzneimittel (...), die nicht (...) für den Verkehr außerhalb der Apotheken freigegeben sind, dürfen (...) berufs- oder gewerbsmäßig für den Endverbrauch nur in Apotheken und ohne behördliche Erlaubnis nicht im Wege des Versandes in den Verkehr gebracht werden; das Nähere regelt das Apothekengesetz.“ Gestrichen werden soll „ohne behördliche Erlaubnis“. Das heißt: Der Rx-Versand wäre somit nicht mehr möglich. Die Länder begründen diese Forderung unter anderem damit, dass der Staat die Pflicht hat die Gesundheit seiner Bevölkerung zu schützen. Die Sicherstellung dieser Arzneimittelversorgung habe der Staat den Apotheken übertragen. Damit die Apotheken dieser Aufgabe nachkommen können, brauchen sie den Ländern zufolge den einheitlichen Abgabepreis, der durch das Rx-Versandverbot garantiert wird. Das Rx-Versandverbot sei zudem europa- und verfassungsrechtlich machbar. Das von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) geplante Rx-Boni-Verbot im SGB V kritisieren die Länder, unter anderem weil es aufgrund des Fokus auf GKVVersicherte ungerecht sei. Welche Auswirkungen hat der Beschluss? Die Zustimmung des Plenums zu dieser Beschlussempfehlung aus dem Gesundheitsausschuss war nicht selbstverständlich: Denn unter den Gesundheitsminister/-innen, die im Gesundheitsausschuss zusammenkommen, sind einige bekannte Gegner des Rx-Versandhandels. Dass eine Mehrheit der Gesundheitsminister die anderen Mitglieder Landesregierungen überzeugt, in denen oftmals FDP- und Grünen-Politiker sitzen, die gegen das Rx-Versandverbot sind, war daher eher unwahrscheinlich. Welche Auswirkungen hat dieser Beschluss nun? Wahrscheinlich wenige bis gar keine. Denn: Das ApothekenStärkungsgesetz ist nicht zustimmungspflichtig, der Bundesrat kann es also nicht verhindern. Die jetzt beschlossene Stellungnahme wird der Bundesregierung übermittelt. Das Bundesgesundheitsministerium muss dann eine Gegenäußerung schreiben, in der sie sich sehr wahrscheinlich gegen das Rx-Versandverbot ausspricht. Anschließend wird die Stellungnahme des Bundesrates samt Gegenäußerung des BMG an den Bundestag übermittelt, damit die Debatte dort starten kann. Apotheker in Hessen und NRW fordern Spahn zum Handeln auf Kurz nach dem Beschluss der Länderkammer meldete sich die Landesapothekerkammer Hessen mit einer Pressemitteilung zu Wort. Die Vertreter der Bundesländer hätten erkannt, dass das Rx-Boni-Verbot im SGB V nicht ausreiche, um die Gleichpreisigkeit wiederherzustellen. „Man erkennt, dass die Vertreter der Länder näher bei den Menschen und ihren Sorgen und Bedürfnissen sind“, so Ursula Funke, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen. Funke weiter: „Wir appellieren daher mit Nachdruck an die Abgeordneten des Deutschen Bundestages, auf die Einschätzung ihrer Länderkollegen zu vertrauen und sich ihnen anzuschließen und so endlich wieder für gleiche Preise zu sorgen“, erklärt Funke. NRW-Apotheker: Gesetzgeber und Spahn sollten die Länder nicht ignorieren Auch die Apothekerverbände und -kammern in Nordrhein-Westfalen äußerten sich nach dem Bundesratsbeschluss deutlich zu dem Thema. In einer gemeinsamen Pressemitteilung fordern sie den Gesetzgeber auf, die Entscheidung nicht zu ignorieren. „Wenn sich ein herausragendes Verfassungsorgan und kompetentes Gremium wie der Bundesrat juristisch fundiert für ein Rx-Versandhandelsverbot ausspricht, muss das jetzt auch von der Regierung aufgegriffen werden. Der Bundesgesundheitsminister ist gut beraten, wenn er das Rx-Versandhandelsverbot aktiv in das Gesetzgebungsverfahrens einbringt, statt sich für eine nachweislich ungeeignete Lösung zu entscheiden“, betonen die Vorsitzenden der Apothekerverbände in Nordrhein und Westfalen-Lippe, Thomas Preis und Dr. Klaus Michels, sowie die Präsidenten der Apothekerkammern in Westfalen-Lippe und Nordrhein, Gabriele Regina Overwiening und Dr. Armin Hoffmann. Die Kammern und Verbände in NRW arbeiten bei der Apothekenreform derzeit sehr eng zusammen. Mehrfach hatten sie die ABDA darauf hingewiesen, dass sie bei der Gleichpreisigkeit nicht nachgeben solle. Im Interview mit DAZ.online hatte AVWL-Chef Klaus Michels zuletzt allerdings erklärt, dass das Rx-Versandverbot nur zweite Wahl sei, weil es mildere Mittel gebe, nämlich den Erhalt der Rx-Preisbindung im Arzneimittelgesetz. Die ABDA hingegen priorisiert das Rx-Versandverbot nicht mehr. Die Mitgliederversammlung hatte beschlossen, dass das Rx-Versandverbot nur noch eine „Handlungsoption“ ist. Das heißt: In erster Linie verfolgt die ABDA gemeinsam mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn in erster Linie das Ziel, das ApothekenStärkungsgesetz in der Versorgung umzusetzen. Das hatte auch DAVVize Hans-Peter Hubmann kürzlich im DAZ.online-Interview bekräftigt.


Rubrik: Gesundheitspolitik
Quelle: Deutsche Apotheker Zeitung
Web: https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2019/09/20-09-2019/bundeslaender-empfehlen-derbundesregierung-das-rx-versandverbot


Kabinett beschließt eAU

Datum: 18.09.2019

Kabinett beschließt eAU Die Bundesregierung hat jetzt einstimmig das Bürokratieentlastungsgesetz auf den parlamentarischen Weg gebracht. Darin enthalten: die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung. BERLIN. Das Bundeskabinett hat am Mittwoch den Entwurf des 3. Bürokratieentlastungsgesetzes beschlossen. Damit stellt die Koalition der Wirtschaft einen Verwaltungskostenrückgang um rund 1,1 Milliarden Euro in Aussicht. Allein die Einführung der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung senke den Bürokratieaufwand der Unternehmen um rund 500 Millionen Euro, versichert Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier. Neuregelungen sollen 2021 in Kraft treten Vorgesehen ist mit dem Gesetz, dass Arbeitgeber künftig die AU digital bei den Kassen abfordern. Mit dem TSVG wurde zuvor bereits die elektronische Weiterleitung der AU vom Arzt an die Krankenkasse geregelt. Beide Neuerungen sollen am 1. Januar 2021 in Kraft treten. Weitere Bausteine des 3. Bürokratieentlastungsgesetzes, mit dem sich jetzt der Bundestag zu befassen hat, sind Erleichterungen bei der unternehmensinternen Vorhaltung von Datenverarbeitungshardware für das Finanzamt sowie die Einführung digitaler Anmeldungen für Hotelgäste. Aus ärztlicher Sicht ebenfalls nicht ganz unerheblich: Die Kleinunternehmergrenze, bis zu der keine Umsatzsteuer auf umsatzsteuerpflichtige Leistungen zu erheben und an den Fiskus abzuführen ist, wird von 17.500 Euro Vorjahresumsatz auf 22.000 Euro angehoben. Wirtschaftsverbände sind unzufrieden Wirtschaftsverbände hatten bereits unmittelbar nach Bekanntwerden des Gesetzentwurfes die angekündigte Entlastung als unzureichend bemängelt. „Nach fast zwei Jahren mühsamer Beratung enttäuscht der Vorschlag. Parteitaktische Spielchen in der GroKo verhindern, dass für Unternehmen wirklich spürbar etwas rauskommt“, ließ etwa Holger Lösch, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des BDI (Bundesverband der Deutschen Industrie) verlauten. Von Kassenseite hingegen kommt Zustimmung. „Die eAU ist ein gutes Beispiel für eine intelligente Lösung , um Bürokratie im Gesundheitswesen abzubauen“, twitterte am Mittwoch TK-Vize Thomas Ballast. (cw)


Rubrik: Gesundheitspolitik
Quelle: Ärztezeitung
Web: https://www.aerztezeitung.de/praxis_wirtschaft/e-health/article/996442/buerokratieentlastungsgesetz-kabinettbeschliesst-eau.html


Nitrosamin-Verunreinigungen: NDMA in Ranitidin gefunden

Datum: 13.09.2019

Nitrosamin-Verunreinigungen: NDMA in Ranitidin gefunden Sowohl die amerikanische als auch die europäische Arzneimittelbehörde haben am heutigen Freitag bekannt gegeben, dass auch in dem H₂-Antihistaminikum Ranitidin eine Nitrosaminverunreinigung nachgewiesen wurde. Eingesetzt wird Ranitidin bei Sodbrennen (auch im OTC-Bereich) und Magenulcera. Die EMA möchte das Problem von mit Nitrosaminen verunreinigten Arzneimitteln nun offenbar proaktiver angehen und lässt eine entsprechende Leitlinie erstellen. Erst Ende August hatte die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA angekündigt, ihre Untersuchungen im Fall um mit Nitrosaminen verunreinigten Blutdrucksenkern auf weitere Substanzen auszuweiten. Im Sommer 2018 waren weltweit Sartane mit Tetrazolring-Struktur zurückgerufen worden, weil sie mit wahrscheinlich krebserregenden Substanzen wie NDMA, NDEA und NMBA verunreinigt waren (und teilweise noch sind). Schuld an der Verunreinigung sollen bestimmte Synthese-Bedingungen, aber auch potenziell verunreinigte Rohmaterialien sein. Nun, da einige Hauptursachen der Nitrosaminverunreinigungen bekannt seien, nutze die FDA diese Erkenntnisse, um die Bewertung anderer Medikamente als Sartane zu unterstützen: Man teste Proben anderer Wirkstoffe mit ähnlichem Herstellungsprozess, hieß es in der Stellungnahme. Welche Wirkstoffe konkret gemeint sind, wurde aber nicht erwähnt. Genauere Informationen darüber, welche weiteren Wirkstoffe vom Nitrosamin-Skandal betroffen sein könnten, haben am heutigen Freitag sowohl die europäische Arzneimittelbehörde EMA als auch die FDA veröffentlicht: Es wurde NDMA (N-Nitrosodimethylamin) in Ranitidin gefunden. Die EMA will nun entsprechende Arzneimittel weiter überprüfen. Das geschieht auf Ersuchen der Europäischen Kommission (Article 31 of Directive 2001/83/EC).Weitere Informationen sollen folgen. Die FDA hat bereits bekannt gegeben, dass die in Ranitidin gefundenen Mengen gering sein sollen. Auf Alternativen umstellen? Ranitidin ist in Apotheken gut bekannt – es ist auch rezeptfrei erhältlich und wird bei Sodbrennen sowie Magen- und Duodenalulcera eingesetzt. Von der Anwendung von Ranitidin wird in der aktuellen Mitteilung der EMA zwar nicht explizit abgeraten, allerdings wird darauf hingewiesen, dass Patienten sich mit Fragen an ihren Arzt oder Apotheker wenden können – es gibt mehrere alternative Arzneimittel, die angewendet werden können. Offenbar widmet sich die EMA den Nitrosaminverunreinigungen nun in einem breiteren und proaktiven Ansatz, wie aus einer weiteren Pressemitteilung vom heutigen Freitag hervorgeht: Der Humanarzneimittelausschuss der EMA (CHMP) wird nun Leitlinien zur Vermeidung von Nitrosaminverunreinigungen in Humanarzneimitteln, die chemisch synthetisierte Wirkstoffe enthalten, erstellen. Es werde auch geprüft, ob für nicht chemisch synthetisierte Arzneimittel entsprechende Leitlinien erstellt werden. Schon im April hatte die Europäische Arzneimittelbehörde EMA über geringe Konzentrationen an NDMA in einigen Chargen des Antidiabetikums Pioglitazon des Herstellers Hetero Labs aus Indien berichtet. Hersteller, die bestimmte Reagenzien zur Herstellung des Antidiabetikums Pioglitazon verwenden, sollten als „Vorsichtsmaßnahme“ ihre Produkte und Prozesse überprüfen, um Nitrosamin-Verunreinigungen auszuschließen – insbesondere NDMA. Ein aktueller Blick in die CEP-Datenbank (Certificate of Suitability) verrät, dass Hetero Labs am 17. Juli 2019 erst das CEP-Zertifikat für Pioglitazon ausgestellt bekommen hatte, es aber bereits am 30. Juli wieder zurückzog. Ein CEP bestätigt, dass eine Monographie des Europäischen Arzneibuchs geeignet ist, die Qualität eines Wirkstoffs angemessen zu prüfen. Auch für Ranitidin werden auf den Seiten des Europäischen Direktorats für die Qualität von Arzneimitteln (EDQM) gültige CEP-Zertifikate gelistet.


Rubrik: Allgemeines
Quelle: Deutsche Apotheker Zeitung
Web: https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2019/09/13-09-2019/nitrosaminverunireinigungenndma-in-ranitidin-gefunden


BMG-Staatssekretär Gebhart trifft Apotheker

Datum: 12.09.2019

BMG-Staatssekretär Gebhart trifft Apotheker Thomas Gebhart (CDU), parlamentarischer Staatssekretär im Bundesgesundheitsministerium, hat sich kürzlich mit einer Gruppe von Apothekern in seinem rheinland-pfälzischen Wahlkreis getroffen. Einer dieser Apotheker ist Andreas Hott, Chef des Apothekerverbandes RheinlandPfalz. Hott und Gebhart kennen sich schon länger und haben bei dem Treffen unter anderem über die Gleichpreisigkeit, Apothekenschließungen und alternative Versorgungsformen gesprochen. Mitte März war bekannt geworden, dass Thomas Gebhart einer der beiden parlamentarischen Staatssekretäre unter Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) werden soll. Gebhart stammt aus Rheinland-Pfalz und ist seit 2009 Mitglied des Bundestages. Er studierte Betriebswirtschaftslehre und Politikwissenschaft, arbeitete danach für den damaligen Bundestagsabgeordneten Heiner Geißler und später beim Chemiekonzern BASF. Gesundheitspolitische Expertise hatte Gebhart zuvor nicht sammeln können. Vielmehr war der CDU-Politiker auf Umweltpolitik spezialisiert: Er war in der vergangenen Legislaturperiode ordentliches Mitglied im Umweltausschuss. Kürzlich hatten sich etwas mehr als zehn Apotheker aus der Region rund um die Stadt Landau in der Pfalz mit Gebhart getroffen. Andreas Hott, LAVVorsitzender in Rheinland-Pfalz, hat in Landau seine Apotheke. Hott war erst im Frühjahr 2018 erstmalig zum Verbandsvorsitzenden gewählt worden. Gegenüber DAZ.online erklärte er, warum zwischen ihm und dem Staatssekretär bereits eine Verbindung besteht: „Ich kenne Thomas Gebhart schon seit einigen Jahren, meine Apotheke liegt in seinem Wahlkreis, wir stehen daher in regelmäßigem Austausch.“ Bei dem Treffen mit dem CDU-Politiker habe man in erster Linie über das Apotheken-Stärkungsgesetz gesprochen. „Wir sprachen mit Gebhart beispielsweise erneut über die Stellungnahme der ABDA und die Gleichpreisigkeit im PKV-Bereich. Außerdem haben wir ihm erläutert, dass es in den vergangenen Wochen noch viele Änderungsanträge mit großer Wirkung in das Gesetz geschafft haben – insbesondere die Regelung, dass auch Versandhändler unter gewissen Bedingungen Abgabe-Automaten betreiben dürfen. Gebhart hat uns zugesichert, dass es dem Minister wirklich darum geht, die Apotheke zu unterstützen. Vorwürfe, dass er den Versand mit dem Gesetz stärken will, sind aus seiner Sicht nicht gerechtfertigt“, so Hott. Schnell sinkende Apothekenzahl in Rheinland-Pfalz Rheinland-Pfalz ist eines der Länder, in denen die Apothekenzahl am schnellsten sinkt. Ende des vergangenen Jahres gab es in dem Bundesland noch 988 Apotheken, inzwischen dürfte die Zahl aber weiter gesunken sein. Damit liegt Rheinland-Pfalz bei der Apothekendichte zwar noch im Durchschnitt (24 Apotheken auf 100.000 Einwohner). Allerdings erklärte Hott dem CDU-Politiker, „dass die Apothekenzahl in Rheinland-Pfalz mit am schnellsten sinkt. Im ersten Halbjahr gab es 155 Apotheken weniger in Deutschland, davon alleine 18 bei uns in Rheinland-Pfalz.“ Der Apotheker leitet daraus die folgenden Forderungen ab: „Ich habe Gebhart verdeutlicht, dass es das politische Ziel sein sollte für einen fairen Wettbewerb zwischen öffentlicher Apotheke und dem Versandhandel zu sorgen, dies ist aktuell nicht der Fall. Aus meiner Sicht brauchen wir den Versandhandel gar nicht, weil wir als Apotheken vor Ort in der Lage sein sollten die Versorgung der gesamten Bevölkerung flächendeckend zu gewährleisten. Sollte dies noch nicht der Fall sein, sind kreative Ideen gefragt, um diese Lücken zu schließen. Hierzu sollte der Berufsstand in der Lage sein.“ Gebhart selbst wollte sich nicht zu Detailfragen über das Treffen äußern. Über einen BMGSprecher erklärte er: „Die Apotheker vor Ort übernehmen eine wichtige Rolle in der medizinischen Versorgung gerade in der Fläche. Deshalb wollen wir sie stärken, mit zusätzlichen finanziellen Mitteln, mehr Verantwortung und fairen Wettbewerbsbedingungen. Daher haben wir das Gesetz zur Stärkung der Vor-Ort-Apotheken auf den Weg gebracht und treten hierzu mit den Apothekerinnen und Apothekern in einen konstruktiven Austausch.“


Rubrik: Allgemeines
Quelle: Deutsche Apotheker Zeitung
Web: https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2019/09/12-09-2019/bmg-staatssekretaer-gebharttrifft-apotheker


Auch Importeure für Nachbesserung im Rahmenvertrag

Datum: 11.09.2019

Auch Importeure für Nachbesserung im Rahmenvertrag Das Problem, dass zwei parallel vermarktete wirkstoffgleiche Originale dem Generikamarkt zuzuordnen sind und deswegen ohne Rabattvertrag eines der vier günstigsten Mittel zur Abgabe kommen muss, ist bislang nicht gelöst. Nicht nur den Apothekern wäre es lieber, wenn der Rahmenvertrag hier eher früher als später nachgebessert würde. Auch die Importeure, die möglicherweise sogar davon profitieren, wünschen sich eine Änderung. Zwei wirkstoffgleiche patentgeschützte Originale (Co-Marketing) und ihre Importe werden nach dem neuen Rahmenvertrag in den Generikamarkt einsortiert – eine Regelung, die unbeabsichtigt dort hineingeraten sein soll. Nun ist sie aber da und führt dazu, dass ohne Rabattvertrag eines der vier preisgünstigsten Mittel abgegeben werden muss. Und das ist in vielen Fällen ein Import. Die Abgabe des Originals hingegen ist in den meisten Fällen nicht möglich. Der Verdacht, dass der Anstieg der Importpackungszahlen im Juli, der deutlich über dem üblichen Zuwachs zum Quartalsbeginn lag, zumindest teilweise damit zu tun hat, liegt nahe. Importeure und Industrie wünschen sich Änderung Anfang August hieß es seitens des DAV, dass unter anderem dieser Problemfall angegangen werden soll. Bislang ist aber noch nichts passiert. Und nicht nur die Apotheker sind unglücklich damit. Auch Industrieverbände haben die Regelung kritisiert und eine schnelle Behebung des Fehlers gefordert. Die rahmenvertragsbedingte verpflichtende Importabgabe sei de facto eine zweite „Importförderklausel“, heißt es aus Industriekreisen. Vor dem Hintergrund der Debatte um eine mögliche Abschaffung der Importförderklausel aus Sicherheitsgründen sei das ein Widerspruch. Und auch die Importeure, die offenbar sogar von der Regelung profitieren, sind nicht glücklich. So erklärt Jörg Geller, Geschäftsführer von Kohlpharma, gegenüber DAZ. online: „Was die unechten Generika betrifft, teilen die Importeure die Kritik der Industrie an der Zuordnung zum generischen Markt. Zwar betrifft das lediglich zwei Hände voll von Produkten, stellt aber die Importeure in diesen Fällen vor die unlösbare Herausforderung, bis zu 100 Prozent des Marktes zu bedienen. Wir haben die Vertragsparteien aufgefordert, eine Änderung der Regelung ins Auge zu fassen.“


Rubrik: Allgemeines
Quelle: Deutsche Apotheker Zeitung
Web: https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2019/09/11/auch-importeure-fuer-nachbesserung-imrahmenvertrag


Ex-Otto-Vorstand wird neuer Chef des Pharmariesen Phoenix

Datum: 10.09.2019

Ex-Otto-Vorstand wird neuer Chef des Pharmariesen Phoenix Sven Seidel wird neuer Chef des Pharmakonzerns Phoenix. Der 45-Jährige übernimmt am 1. November den Vorstandsvorsitz bei dem Mannheimer Unternehmen. Phoenix bestätigte am Mittwoch Morgen entsprechende Informationen von manager-magazin.de. Am Dienstag war bekannt geworden, dass Seidel dem Hamburger Versandhändler Otto, wo er seit April 2018 im Vorstand sitzt, nach nur 18 Monaten den Rücken kehrt. Er trug dort die Verantwortung für das stationäre Geschäft mit Marken wie Sportscheck und Manufactum. Seidel wechselt somit nicht nur das Unternehmen, sondern auch gleich die Branche. Bevor er bei Otto anheuerte, hatte er drei Jahre lang die Geschicke von Lidl gelenkt. Seidels Familie sei im süddeutschen Raum verwurzelt. Auch habe sich eine „herausfordernde berufliche Perspektive“ geboten, hieß es zur Begründung bei Otto. Der aktuelle Vorstandsvorsitzende von Phoenix, Oliver Windholz, verlässt das Unternehmen zu Ende des Monats. Er ist seit 2011 im Amt. Phoenix ist ein integrierter Gesundheitsdienstleister im Familienbesitz und hat im Geschäftsjahr 2018/9 rund 25,8 Milliarden Euro erlöst. Das Unternehmen beschäftigt 37.000 Mitarbeiter und ist nach eigenen Angaben Marktführer im pharmazeutischen Großhandel in 13 europäischen Ländern. Der Aufsichtsrat nutzte den Chef-Wechsel, um die Verantwortlichkeiten im Vorstand neu zu verteilen. Es soll dort künftig ein neues Ressort für Vertrieb und Marketing geben, das Marcus Freitag übernimmt. Er ist derzeit Vorsitzender der Geschäftsleitung von Phoenix Deutschland. Frank Große-Natrop, der im Vorstand den Betrieb und die Logistik verantwortet, wird Ende Januar 2021 „planmäßig in Ruhestand gehen“, wie das Unternehmen mitteilte. Die Suche nach einem Nachfolger laufe. Otto hätte mit Seidel offenbar gerne weitergearbeitet, muss nun aber einen Nachfolger suchen. Wie es aus gut informierten Kreisen verlautet, will der Versandhändler für Seidels Aufgaben als Vorstand Multichannel eine Frau gewinnen.


Rubrik: Allgemeines
Quelle: Manager Magazin
Web: https://www.manager-magazin.de/unternehmen/handel/otto-group-sven-seidel-verlaesst-handelskonzerna-1285978.html


Alle 40 Sekunden stirbt ein Mensch durch Suizid

Datum: 10.09.2019

Alle 40 Sekunden stirbt ein Mensch durch Suizid GENF. Weltweit nehmen sich nach WHO-Angaben jedes Jahr rund 800.000 Menschen das Leben. Suizid ist damit eine der häufigsten Todesarten, so die WHO zum Welttag der Suizidprävention am 10. September. Die WHO mahnt Präventionsprogramm an, etwa um junge Menschen gegen Stress zu stärken und Suizid-Gefährdete zu identifizieren. In Deutschland gab es 2017 laut Destatis etwa 9200 Suizid-Tote. (dpa)


Rubrik: Allgemeines
Quelle: Ärztezeitung
Web: https://www.aerztezeitung.de/panorama/gesellschaft/article/995796/who-alle-40-sekunden-stirbt-menschdurch-suizid.html


Purdue: 1,5 Milliarden für Mundipharma

Datum: 13.09.2019

Purdue: 1,5 Milliarden für Mundipharma Berlin - Es ist bestätigt: Der Mundipharma-Mutterkonzern Purdue hat sich im Streit über seine Mitverantwortung für die Opioid-Krise in den USA mit mehr als 2000 Kommunen, Bundesstaaten und Krankenhäusern auf einen Vergleich verständigt. Neben Zahlungen von 12 Milliarden US-Dollar wurde beschlossen, dass Purdue in die Insolvenz geht und dann unter dem Dach einer Treuhandgesellschaft den Betrieb wieder aufnimmt: Das umstrittene OpioidSchmerzmittel Oxycontin soll weiter produziert und vertrieben werden, die Erlöse aber in die Entschädigung Betroffener fließen. Die Rechtsstreitigkeiten dürften damit aber noch nicht beendet sein. Um die 12 Milliarden Dollar aufzubringen, will die Eigentümerfamilie Sackler ihre internationalen Tochterunternehmen verkaufen, darunter auch Mundipharma. Das Frankfurter Unternehmen will sich zu den Vorgängen in den USA bisher nicht äußern. „Natürlich verfolgen wir die Berichterstattung in den USA“, so ein Statement. „Wir können die Entwicklung bei Purdue Pharma jedoch nicht kommentieren, weil wir über keinerlei Kenntnisse zu den Vorgängen verfügen.“ Die beiden Unternehmen seien unabhängige rechtliche Einheiten mit getrennten Aufsichtsorganen, einer separaten Führungsebene und unterschiedlichen Portfolio-Strategien. Der Washington Post zufolge wird für den Mundipharma ein Preis von mindestens 1,5 Milliarden Dollar verlangt. Mehrere an dem Vergleich beteiligte Staatsanwälte würden diese Summe als Vorauszahlung der Sacklers für den Posten verlangen. Wann der Verkauf über die Bühne gehen soll und wer zum Kreis der möglichen Käufer gehört, stehe aber noch nicht fest. Von der Vergleichssumme von 12 Milliarden Dollar sollen sieben bis acht Milliarden von Purdue kommen. Außerdem wollen die Sacklers, die Purdue 1952 übernommen haben, drei Milliarden Dollar aus ihrem Privatvermögen beisteuern – der Punkt sorgt in den USA für Kritik, denn auch nach dieser Zahlung wird der Clan milliardenschwer bleiben. Sein Gesamtvermögen wird auf 13 Milliarden Dollar geschätzt. Kritiker werfen ihm vor, diesen Reichtum durch ethisch und juristisch fragwürdige Vertriebsund Marketingpraktiken verdient zu haben, die schließlich die Opioid-Krise wesentlich mit verursacht hätten. Purdue hat mit dem Verkauf von Oxycontin rund 35 Milliarden Dollar eingenommen. Auch von den Kommunen und Bundesstaaten kommt Kritik an dem Vergleich. Mehr als ein Dutzend von ihnen lehnen ihn ab – die rechtlichen Auseinandersetzungen dürften also weitergehen. Darüber hinaus befürchten Kritiker, dass sich die Eigentümerfamilie Sackler mit der Abwicklung von Purdue endgültig aus der Verantwortung freikaufen wolle. Bisher hat kein Mitglied der Familie öffentlich eine Mitschuld des Unternehmens an der Opioid-Krise eingestanden. Neben dem weiteren Verkauf von Oxycontin soll der zu gründende Purdue-Nachfolger den Gemeinden und Kliniken Arzneimittel zur Behandlung von Opioid-Abhängigkeit und Notfallmedikamente wie Naloxon im Wert von rund 4 Milliarden Dollar bereitstellen. Neben rund 400.000 Todesopfern hat die Opioid-Krise in den USA laut Regierungsangaben einen volkswirtschaftlichen Schaden von über 500 Milliarden Dollar angerichtet. Im Kampf gegen die Opioid-Krise gehen mehrere US-Bundesstaaten nicht nur gegen Purdue, sondern auch auch andere Hersteller wie den Ratiopharm-Mutterkonzern Teva, Janssen, Endo und Allergan vor. Die Apothekenketten CVS und Walgreens sind genauso wie der Großhändler McKesson ebenfalls ins Fadenkreuz der Justiz gerückt. Parallel dazu führen US-Behörden seit vergangenem Jahr verstärkt Razzien gegen Netzwerke aus Ärzten, Apothekern, Pflegern und anderen Heilberuflern durch, denen sie vorwerfen, Opioide illegal zu vertreiben.


Rubrik: Hersteller
Quelle: apotheke adhoc
Web: https://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/detail/internationales/purdue-15-milliarden-fuer-mundipharma/


Purdue: Opioidkonzern erreicht vorläufigen Vergleich

Datum: 12.09.2019

Purdue: Opioidkonzern erreicht vorläufigen Vergleich Der Pharmakonzern gilt als einer der Hauptschuldigen für die OpioidKrise in Amerika. Nun beantragt das Unternehmen Konkurs und verteilt Gewinne auf die Kläger. Doch einige Staatsanwälte wollen deutlich mehr Geld von der Eigentümerfamilie Sackler Purdue Pharma hat einen vorläufigen Vergleich mit wichtigen Klägergruppen erreicht: Der Produzent des Schmerzmedikaments Oxycontin, das eine zentrale Rolle in der tödlichen Opioidkrise in den Vereinigten Staaten spielt, beantragt dafür den Konkurs und lebt als Unternehmen im Eigentum einer öffentlichen Stiftung wieder auf. Die neue Gesellschaft verteilt die Gewinne ihrer fortlaufenden Geschäftstätigkeit auf die Kläger. Die Sackler-Familie verliert im Rahmen dieses Kompromisses sämtliche Anteile am Unternehmen und steuert überdies noch rund drei Milliarden Dollar über sieben Jahre zur Entschädigung der Opfer bei. Die Familie verkauft dafür ihre internationalen Unternehmen, darunter die auch in Deutschland aktive Mundipharma. Zu den Klägern gegen Purdue Pharma gehören Bundesstaaten, Landkreise, Kommunen und Indianerstämme aus ganz Amerika, in der Summe mehr als 2000. Nicht alle haben dem Kompromiss allerdings zugestimmt: Der Fernsehsender NBC berichtete, dass von 45 klagenden Bundesstaaten 16 den Vergleich zurückgewiesen hätten. Der Generalstaatsanwalt von North-Carolina, Josh Stein, teilte mit, er sei mit dem Vorschlag der Sackler-Familie nicht einverstanden. „Eine größere Anzahl von Bundesstaaten vertritt die Auffassung, dass die Sacklers mehr Geld garantieren müssen.“ Sie hätten den Schaden angerichtet und müssten nun helfen, ihn zu bereinigen. Er bereite weitere Klagen gegen die Familie vor, die seit 2007 Milliarden mit Purdue Pharma und Übersee-Aktivitäten verdient habe. Die größte Fabrik von Purdue Pharma steht in NorthCarolina. Auch Connecticut hat den Vergleich abgelehnt. Schmerz, Tod und Zerstörung, die Purdue und die Sackler-Familie angerichtet hätten, übertreffe sämtliche Vergleichsangebote bei weitem, teilte Generalstaatsanwalt William Tong mit. Tatsächlich hängt die Bewertung des Vergleichs stark vom Unternehmenswert von Purdue Pharma und den offenbar zum Verkauf stehenden internationalen Pharmabeteiligungen der Familie ab. Das Volumen der Entschädigung wird auf 10 bis 12 Milliarden Dollar beziffert, unter der Voraussetzung, dass Purdue Pharma im Besitz einer öffentlichen Stiftung weiter Gewinne erwirtschaftet. Dafür müsste das Unternehmen weiterhin Oxycontin und weitere Opioide verkaufen. Andere Produktgruppen von Purdue wie Mittel gegen Verstopfung oder Nahrungsergänzungsmittel spielen bisher nur eine kleine wirtschaftliche Rolle im Vergleich zu den Schmerzmitteln. Seit 2017 entwickelt das Unternehmen zudem Medikamente gegen Schlafstörungen und Krebs. Purdue Pharma hat öffentlich mit der Möglichkeit gespielt, auch ohne Vergleich einen Konkursantrag zu stellen. Das hat einige Anwälte offenbar zum Einlenken bewogen. Bei erfolgreichem Konkurs würde ein Teil der alten Ansprüche gegen die Firma erlöschen, allerdings müssten ein Konkursrichter und Gläubiger dem Verfahren zustimmen. Im Juni hatte der Opioid-Produzent Insys Konkurs beantragt – wenige Woche nach einem Vergleich, der eine Entschädigung im Wert von 225 Millionen Dollar vorsah.


Rubrik: Hersteller
Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung
Web: https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/opioidkonzern-purdue-erreicht-vorlaeufigen-vergleich-16381372.html


15,3 Milliarden Euro für Gesundheit

Datum: 13.09.2019

15,3 Milliarden Euro für Gesundheit Die Große Koalition hat ihren Entwurf für den Bundeshaushalt 2020 veröffentlicht. Neben dem Bereich Arbeit und Soziales (knapp 149 Milliarden Euro) war heute bei der Debatte im Bundestag auch der Etat für das Ressort Gesundheit (15,3 Milliarden Euro) Thema. Nach einwöchiger Beratung innerhalb der Regierungskoalition aus SPD und Union debattierte am heutigen Freitag der Bundestag den von Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) vorgelegten Entwurf. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) betonte in seiner Rede die Notwendigkeit, den Menschen das Vertrauen in den Staat zurückzugeben. »Wir versprechen nicht das Blaue vom Himmel, sondern packen an.« Er forderte weniger Wettbewerb darum, wer Probleme am besten beschreibt, sondern wer sie löst. Auf diesem Weg müsse man ringen und streiten, aber es sei entscheidend, dass am Ende des Diskurses ein Gesetz stehe, dass die Versorgung der Menschen verbessere. Als einen wichtigen Punkt nannte Spahn sein Vorhaben, die Offizinen in Deutschland zu stärken. Er selbst komme aus einem kleinen Dorf im Münsterland. »Ich weiß, wie wichtig die Apotheke im Ort für meine Eltern ist.« Er wolle nun »faire Wettbewerbsbedingungen schaffen, damit nicht die einen aus dem Ausland Boni geben dürfen und die anderen nicht». Dem schloss sich auch sein Unionskollege Georg Nüßlein (CSU) an: »Viele unterschätzen das Risiko«, warnte er. Es sei inzwischen deutlich erkennbar, was der Online-Handel mit dem Einzelhandel gemacht habe. Eine solche Entwicklung gelte es im Apothekensektor zu verhindern. Die gesundheitspolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion, Maria KleinSchmeink, warf dem Minister vor, zwar ein »Feuerwerk an Gesetzen« zu zünden, die jedoch nicht geeignet seien, die Strukturen im Gesundheitswesen grundlegend zu verändern. »Wer jetzt nicht in die Versorgung von morgen investiert, wird den Versorgungsnöten weiter hinterherlaufen«, sagte sie. Das Gesundheitswesen müsse weg von der rein arztzentrierten Ausrichtung und stattdessen alle Berufsgruppen mit ihren jeweiligen Kompetenzen einbinden. Auch Karsten Klein, der für die FDPFraktion im Haushaltsausschuss sitzt, betonte, dass »Gesetze im Monats- oder Wochentakt« noch kein Qualitätsmerkmal seien. Bezüglich der Digitalisierung des Gesundheitswesens sicherte er Spahn die Unterstützung seiner Fraktion zu. Mit Blick auf das Gesetz für mehr Sicherheit in der Arzneimittelversorgung (GSAV) prangerte er jedoch an, dass der Minister sich dem »erheblichen Einfluss von Ministerkollegen« gebeugt und auf die Streichung der Importquote verzichtet habe. Er forderte klare Antworten auf die Fragen der Abgeordneten, damit diese ihrer parlamentarischen Kontrollfunktion nachgehen können. Gesine Lötzsch (Linke) sieht die Ursache für das aus ihrer Sicht fehlgesteuerte Gesundheitssystem in den Reformen Anfang des Jahrtausends, mit denen Union, SPD und Grüne »das Gesundheitswesen dem Kapitalmarkt zu Füßen gelegt« hätten. »Es steckt viel Geld im System, das weckt Begehrlichkeiten.« Gesundheit sei keine Ware, daher dürfe die Steuerung in diesem Bereich nicht den freien Kräften des Markts überlassen werden. Der Etat für das Ressort Gesundheit bleibt mit 15,3 Milliarden Euro im Vergleich zu 2019 stabil. Von den Gesamtausgaben fließen 14,5 Milliarden Euro – wie in den Vorjahren – in den Gesundheitsfonds. Für die Pflegevorsorge und sonstige soziale Sicherung sind 80,32 Millionen Euro eingeplant (2019: 77,72 Millionen Euro). Präventionsmaßnahmen und Einrichtungen auf dem Gebiet des Gesundheitswesens sollen mit 63,48 Millionen Euro gefördert werden (2019: 58,44 Millionen Euro). Das Bundesfinanzministerium stellt jährlich den Regierungsentwurf für den Bundeshaushalt des kommenden Jahres auf und entwirft einen Finanzplan für die folgenden drei Jahre. Basis dafür sind die erwarteten Einnahmen und die Ausgaben des Bundes, die sich nach den politischen Schwerpunkten der Bundesregierung berechnen. Nach Abschluss der Haushaltswoche berät der Haushaltausschuss über die Pläne, anschließend stimmt der Bundestag darüber ab. Die finale Entscheidung wird bis Ende November erwartet.


Rubrik: Gesundheitspolitik
Quelle: Pharmazeutische Zeitung
Web: https://www.pharmazeutische-zeitung.de/153-milliarden-euro-fuer-gesundheit/


Grünenthal steigt bei Zelltherapie ein

Datum: 11.09.2019

Grünenthal steigt bei Zelltherapie ein AACHEN/MELBOURNE. Grünenthal gibt eine weitere Allianz in Australien bekannt: Mit der an der Nasdaq notierten Mesoblast Ltd. habe man die gemeinsame Weiterentwicklung eines allogenen Zelltherapeutikums („MPC-06-ID“) gegen Rückenschmerzen infolge schwerer Bandscheibenschäden vereinbart. Grünenthal erhalte die Vertriebsrechte in Europa und Südamerika. Die Phase II habe das Präparat aus mesenchymalen Vorläuferzellen bereits vielversprechend absolviert, heißt es. 2020 sollen Phase-III-Daten aus einer US-Studie vorliegen. Eine bestätigende Studie für Europa werde vorbereitet. Mesoblast erhält vorab 150 Millionen Dollar. Weitere Meilensteinzahlungen könnten sich auf über eine Milliarde Dollar summieren. (cw)


Rubrik: Hersteller
Quelle: Ärztezeitung
Web: https://www.aerztezeitung.de/praxis_wirtschaft/unternehmen/article/995879/pharma-gruenenthal-steigt-zelltherapie.html


Spahn-Ressort plant mit 15,3 Milliarden Euro

Datum: 10.09.2019

Spahn-Ressort plant mit 15,3 Milliarden Euro BERLIN. 359,9 Milliarden Euro umfasst der Bundeshaushalt für 2020, den Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) am Dienstag dem Bundestag vorgestellt hat. Die Ausgaben sollen im Vergleich zum laufenden Jahr um ein Prozent wachsen. Für Investitionen sind 39,8 Milliarden Euro vorgesehen, 900 Millionen Euro mehr als 2019. Der Gesundheitshaushalt von Ressortchef Jens Spahn (CDU) soll mit 15,32 Milliarden Euro praktisch unverändert bleiben. Das Gros des Haushaltspostens entfällt mit 14,5 Milliarden Euro auf den Zuschuss an den Gesundheitsfonds. Damit sollen Aufwendungen der Kassen für gesamtgesellschaftliche Aufgaben abgegolten werden. Die Pflegevorsorge ist im Ressortplan mit 80,3 Millionen Euro eingeplant. Prävention will das BMG mit 63,5 Millionen Euro fördern, Forschungsvorhaben mit knapp 129 Millionen Euro. (fst)


Rubrik: Gesundheitspolitik
Quelle: Ärztezeitung
Web: https://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/berufspolitik/article/995925/bundeshaushalt-spahn-ressortplant-153-milliarden-euro.html


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